Die Insel von „Mutter Erde“ und „Vater Erde“

Amantani

Inmitten des peruanischen Teils des Titicaca-Sees liegt die malerische Insel Amantani, Heimat für rund 8.500 Einwohner und zwei über4000 m hohe Berge: Pachamama (Mutter Erde) und Pachatata (Vater Erde). Auf den Gipfeln der Berge, die fast bis ganz oben hin landwirtschaftlich bewirtet werden, stehen Tempelgebäude, die auf die Inka- und Tiwanaku-Kultur zurückgehen – allerdings sind diese nicht für die Öffentlichkeit zugänglich.

Auf Amantani ticken die Uhren langsamer: es gibt keine Autos auf der Insel und nur einen Generator, der allerdings kaputt ist. Vermissen tut ihn allerdings keiner. Nicht einmal Hotels gibt es hier! Stattdessen können Sie bei einigen der Familien in einem der acht Dörfer übernachten – ganz authentisch und genauso, wie die Einwohner hier schon seit Jahrhunderten leben.

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Landwirtschaft nach alter Tradition

Aufgrund der klimatischen Bedingungen können die Einwohner von Amantani fast rund ums Jahr Landwirtschaft betreiben. Auf den terassenförmig angelegten Feldern wachsen Kartoffeln, Weizen, Quinoa und noch einiges mehr.

Aber das ist nicht das Einzige, womit die Einwohner von Amantani ihren Lebensunterhalt verdienen: die Insel ist bekannt für ihre wundervollen Textilien, die, wie überall in Peru leuchtende Farben und außergewöhnliche Muster aufweisen. Besonders die Mützen aus Alpaka-Wolle sind bekannt und bei einem Besuch werden Sie höchstwahrscheinlich nicht umhin kommen, eine zu kaufen – schließlich kann es hier nachts empfindlich kühl werden!

Pachamama und Pachatata

„Mutter Erde“ ist mit 4130 m der höhere der beiden Berge, wobei „Vater Erde“ nur knapp dahinter liegt. Dabei ist der Aufstieg zwar lang, aber nicht besonders steil, was beide Gipfel zu beliebten Ausflugszielen werden lässt.

Dazu tragen natürlich auch die alten Befestigungen auf den Gipfel bei. Auf Pachamama findet sich ein alter Turm, den Sie besteigen können, um einen atemberaubenden Ausblick in alle Richtungen zu genießen. Vor allem zu Sonnenuntergang ist es ein wahrhaft unbeschreibliches Panorama. Aber Achtung, sobald die Sonne im Wasser versinkt, stürzen auch die Temperaturen ab und es wird stockdunkel – eine Jacke und eine Taschenlampe sind für diesen Ausflug deshalb wärmstens empfohlen.

Auf Pachamama steht ein alter Tempel, der allerdings für fremde Besucher unzugänglich ist. Das bedeutet aber nicht, dass es hier nichts Interessantes zu sehen gebe, denn im Museum gleich nebenan finden sich viele interessante Ausstellungsstücke.

Das Inselfest im Januar

Der 20. Januar ist das Ereignis auf Amantani jedes Jahr. Zu diesem Fest verteilen sich alle Einwohner auf die zwei Berggipfel und suchen einen „Runner“ aus. Der muss es schaffen, schneller als sein Widersacher zu einem festgelegten Punkt zwischen den beiden Bergen zu rennen – gewinnt Pachamama, soll es eine gute Ernte für das Jahr geben.

Aber selbst, wenn Sie es nicht zum Inselfest nach Amantani schaffen sollten, gibt es hier jeden Abend eine Attraktion: die Inselbewohner legen ihre traditionellen Gewänder an (und leihen Ihnen auch welche!) und führen Tänze auf. Dabei können Sie sich bei einem kühlen Bier entspannen und sich mit den Einwohnern unterhalten. Gerade die Jüngeren sprechen neben Quechua oft auch Spanisch und einige sogar ein ganz kleines bisschen Englisch. Und das, obwohl es nur eine kleine Schule auf Amantani gibt.

Hier können Sie übernachten

Es gibt keine Hotels auf Amantani – allerdings verfügen rund 50 Familien über die Erlaubnis, Besucher aufnehmen zu dürfen. Und damit das gerecht abgeht, werden die Touristen „der Reihe nach“ auf die Häuser verteilt. Dabei übernachten Sie bei den Familien und nehmen auch die Mahlzeiten gemeinsam mit ihnen ein. Denn auch ein Restaurant gibt es nicht auf der Insel, nur einen kleinen Shop, in dem Sie sich mit Getränken und dem Nötigsten versorgen können.

Übernachtungen auf Amantani werden über Tour-Veranstalter organisiert.

So kommen Sie hin

Jeden Morgen startet vom Pier in Puno um Punkt 8.20 Uhr ein Boot, das allerdings auf der rund vierstündigen Bootsfahrt eine 45-minüte Pause auf der Insel Uros einlegt. Ebenfalls am Morgen startet das Boot zurück von Amantani nach Puno. Es gibt allerdings auch ein Boot, welches über die Insel Taquile fährt. Das legt gegen 8.00 in Amantani ab, kommt um 9.00 Uhr in Taquile an und legt um 12.00 Uhr wieder ab Richtung Puno. So haben Sie Gelegenheit, die schöne Nachbarinsel auch noch zu besuchen.

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