Ein Besuch im Tal der Kondore

Der Cañón del Colca – der Colca Canyon

Im Süden Perus, nahe des Örtchens Chivay liegt der Cañón del Colca, die immerhin zweittiefste Schlucht Perus  und fast doppelt so tief wie der amerikanische Grand Canyon. Hier hat sich der Colca Fluss über Millionen Jahre hinweg seinen tief durch das Gebirge gebahnt und eine atemberaubende Landschaft geformt.

In den oberen Bereichen findet man die für Peru so typische Terrassenbebauung, die auch heute noch von den Einwohnern des Colca-Tals für die Landwirtschaft genutzt wird. Aber die Hauptattraktion im Cañón del Colca sind ohne Zweifel die fliegenden Bewohner: hier leben die Anden-Kondore, die größten fliegenden Vögel der Welt, die dank der thermischen Bedingungen stundenlang über dem Tal kreisen und Tausende Besucher anlocken.

Das Kreuz des Kondors

Der Colca Canyon ist Heimat für die majestätischen Anden-Kondore. Diese gefährdete Vogelart wird bis zu 40 Jahre alt und ihre Männchen können eine Flügelspannweite von bis über 3 Meter erreichen. Die männlichen Vertreter verfügen über schwarzes Gefieder mit weißen und silbernen Deckfedern auf der Oberseite und einem weißen Kragen. Die Damen sind zierlicher und nur schwarz, während Jungvögel – die bis sie zwei Jahre alt sind mit ihren Eltern leben und von ihnen alle Tricks über das Fliegen lernen – sind bräunlich.

Aufgrund der besonderen Winde, die im Colca-Tal herrschen, finden die Kondore hier die perfekten Bedingungen, um sich mühelos durch die Lüfte tragen zu lassen. So können die Tiere mehrere Hundert Kilometer am Tag zurücklegen und manche fliegen sogar bis an die über 300 km entfernte Küste! Doch wenn die Bedingungen stimmen – also an sonnigen, trockenen Tagen – tauchen die Anden-Kondore gegen 8.00 Uhr morgens am „Cruz del Condor“, dem Kreuz des Kondors, auf und ziehen für rund zwei Stunden ihre Runden über dem Tal. Die Aussichtsplattformen befinden sich ungefähr auf der Hälfte des Canyons und liegen rund 40 km von Chivay entfernt.

Am Kreuz des Kondors gibt es verschiedene Plattformen, von denen aus man die Vögel beobachten und natürlich auch fotografieren kann. Wenn die Anden-Kondore gemächlich über dem Canyon kreisen, hat man auch ohne Profi-Kamera-Equipment die Gelegenheit, tolle Aufnahmen der Vögel zu machen. Meist finden sich rund 10 – 15 Tiere ein, wenn Sie Glück haben, können es mit Jungtieren auch mehr werden.

Achtung, am Kreuz des Kondors kann es recht windig werden. Das ist zwar super, um die Kondore zu beobachten, aber kann relativ kühl werden. Es ist deshalb ratsam, eine leichte Jacke im Rucksack zu haben!

Trekking im Colca Tal

Gegen 10.00 Uhr lassen die Aufwinde nach und die Kondore verziehen sich. Doch es gibt noch mehr zu sehen im Colca Canyon. Rund 14 km vom Kreuz des Kondors entfernt liegt Canaconde, ein winziger Ort, der idealer Ausgangspunkt zu Trekking-Touren in den Canyon ist. Während Chivay sich mittlerweile ziemlich gut auf Touristen eingestellt hat, geht es hier noch wesentlich ruhiger und „untouristischer“ zu.

Der Colca Canyon bietet natürlich nicht nur eine Heimat für die Kondore, sondern für viele weitere Tiere – unter anderem Riesen-Kolibris, Andengänse, Füchse, Vizcachas (Verwandte der Chinchillas), Wild, und Vicunas, den Vorfahren der Alpakas. Die es natürlich auch im Canyon gibt, genauso wie Lamas.

Beliebt sind auch Ausflüge zu den heißen Quellen, von denen es einige im Colca-Tal gibt. Die bekanntesten liegen gleich außerhalb von Chivay, einige hingegen tief versteckt in der Schlucht – Ruhe und Erholung nach dem Trek sind also garantiert.

Und dann wären da natürlich noch die zahlreichen Höhlen mit Felsmalereien und Überreste längst vergangener Kulturen, wie die Mollepunko-Höhlen über Callalli. Die Malereien, die über 6.000 Jahre alt sein sollen, zeigen unter anderem die Domestizierung der Alpacas in der Region. Aber auch die Forteleza de Chimpa, eineZitadelle über Madrigal, die Mumie von Paraqra oder andere prä-spanische Siedlungen laden zu Ausflügen ein.

Beste Zeit für einen Besuch im Colca Tal

Falls Sie die Kondore kreisen sehen möchten, ist die beste Zeit dafür von Mai bis November. Dann ist es trocken und die thermischen Bedingungen sind perfekt für ausgedehnte Flüge geeignet. An Tagen, an denen es regnet, fliegen die Kondore übrigens nicht.

Falls Sie zudem auch durch den Cañón del Colca auf Trekking-Tour gehen möchten, ist die beste Zeit dafür zwischen April bis Juni. Bitte beachten Sie, dass die Temperaturen abends, sobald die Sonne untergeht, stark runtergehen können.

Hier können Sie übernachten

Es bietet sich an, für Besuch im Colca Canyon die Nacht in Chivay zu verbringen. Dort finden Sie sowohl gehobenere Hotels, als auch einfache Hostels für Backpacker.

Colca River
Colca River

La Posada del Colca
La Posada del Colca

Sierra Alta Colca
Sierra Alta Colca

Aranwa Pueblito Encantado del Colca
Aranwa Pueblito Encantado del Colca

Sumaq Wayra
Sumaq Wayra

So kommen Sie hin

Das Colca Tal liegt rund 100 km von Arequipa und 40 km von Chiavay entfernt. Es gibt zahlreiche Touranbieter, die Touren zum Kreuz des Kondors anbieten. Dabei sind meistens eine Übernachtung in Chivay sowie der Besuch bei den Aussichtsplattformen inkludiert. Es gibt aber auch Touren, die Sie für mehrere Tage durch den Canyon führen.

Falls Sie den Colca Canyon auf eigene Faust erkunden möchten, gibt es sowohl von Arequipa als auch von Chivay aus Busse und private Minivans, die Sie buchen können. Beachten Sie bitte, dass die Strecke zwar kurz erscheint, aber Sie von Chivay trotzdem knappe zwei Stunden bis zum Cruz del Condor brauchen, vor allem, wenn Sie zwischendurch Pausen zum Fotografieren einlegen möchten.

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