Die Stadt Nazca und ihre berühmten Sehenswürdigkeiten

Das beschauliche Städtchen Nazca ist die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz in der Ica-Region, etwa 450 km südlich von Lima direkt an der Panamericana gelegen. Berühmt geworden ist Nazca durch die mysteriösen Linien, die sich in den Tälern rund um die Stadt über Hunderte von Kilometern hinweg erstrecken und deren Bedeutung bis heute noch nicht endgültig geklärt ist. Manche der riesigen „Sandgemälde“ zeigen Tiere wie den Kolibri, einen Affen, eine Spinne oder auch den Jaguar, während andere Linien in geometrischen Formen oder einfach nur wie endlose Highways durch die Wüste führen.

Mit ihrer Entdeckung und dem daraus gewachsenem Tourismus hat sich in der Stadt einiges verändert – auf gut deutsch: es ist ein ganzer Haufen an Hotels, Restaurants und Souvenirshops dazugekommen. Aber seien wir ehrlich: wer nach Nazca kommt, kommt für die Nazca Linien und die Ausgrabungs- und historischen Stätten in der Gegend, in der Stadt selbst gibt es nämlich nicht unbedingt viel zu sehen.

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Sehenswürdigkeiten in und um Nazca

„Nicht unbedingt viel“ bedeutet nicht „Nichts“, also wenn Sie etwas Zeit zur Verfügung haben, können Sie in Nazca durchaus einige interessante Stunden verbringen. Das Beste daran? Alles, was es sich zu sehen lohnt, kann zu Fuß einfach erreicht werden. Wie so oft gruppieren sich die meisten Sehenswürdigkeiten aber auch Restaurants, Bars und Cafés rund um die Plaza de Armas, dem Marktplatz im Zentrum.

Von hier aus können Sie beispielsweise das Museo Arqueologico Antonini auf der Av. Cultura 606 besuchen, um ein wenig mehr über die Nazca und andere Kulturen der Gegend zu erfahren. In dem informativen Museum finden Sie nicht nur zahlreiche Keramikstücke und Textilien aus der Zeit der Nazca, sondern auch ein funktionierendes Aquädukt sowie eine Miniatur-Version der Nazca Linien.

Etwas außerhalb von Nazca liegt der Chauchilla Friedhof und wenn Sie auf eine fast schon gespenstische Stimmung stehen, sollten Sie sich einen Kurzausflug hierhin auf keinen Fall entgehen lassen. Der Friedhof, der noch aus Prä-Inka-Zeiten stammt wurde von Grabräubern fast vollkommen geplündert – nur die Gebeine der Verstorbenen ließen sie übrig und diese kann man heut besichtigen. Die Knochen liegen mehr oder weniger offen in der Wüste herum, genauso wie Keramikteile und andere Überbleibsel, die die Grabräuber liegen lassen haben. Der Chauchilla Friedhof ist die einzige archäologische Stätte, wo man die rund 1.000 Jahre alten Überreste der Verstorbenen in ihren Gräbern sehen kann. Und wenn Sie schon mal hier sind, können Sie auch gleich einen Abstecher in den Nazca-Keramik-Workshop unternehmen, wo Sie lernen, wie die berühmten Keramiken der Nazca gefertigt werden und auch eine alte Goldverarbeitungsstätte befindet sich in direkter Nähe.

Die Nazca Kanäle – oder Puquios ist ein intrikates System aus unterirdischen Kanälen, mit denen die Nazca für die Bewässerung ihrer Felder und Gärten genutzt haben – und das trotz der sie umgebenden Wüste und nur sehr seltenen Regenfällen. Das Unglaubliche? Die Kanäle tun auch heute noch ihren Dienst und die besterhaltenen können Sie in Cantalloc (ein weiterer Name ist Cantayo) besichtigen. Dort führen spiralförmige Eingänge in das Netz aus mehr als Hundert Kanälen, wahrscheinlich, um sie zu kontrollieren und zu reinigen.

Die Nazca Linien

Sie sind der Star von Nazca und keiner wusste lange so richtig, warum: die Nazca Linien, die sich auf einem Gebiet von über 500 km² erstrecken und von Tierfiguren über Hunderte von Linien und geometrische Formen reichen. Erst vor wenigen Jahren wurde nach einem Sandsturm ein ganzer Haufen neuer Linien entdeckt und wer weiß, wie viele noch unter den Sanddünen vergraben sind.

Die Linien werden auf 1.400 – 2.000 Jahre geschätzt und sind mit einer unglaublichen Präzision gefertigt worden. Trotzdem sollte es bis in die 1920 Jahre dauern, bis sie entdeckt werden sollten. Das liegt hauptsächlich daran, dass man die Linien vom Boden aus kaum bemerkt. Erst als die erste Flugverbindung zwischen Lima und Arequipa den Betrieb aufnahm und direkt über das Gebiet flog, fielen den Piloten die seltsamen Linien auf.

Die schiere Größe und die Tatsache, dass man die Nasca Linien nur aus der Luft in ihrer vollen Pracht erkennen kann, hat zu vielen Spekulationen geführt – von denen die unglaublichste wohl die Theorie ist, dass hier Außerirdische mitgeholfen haben müssen. Das könnte vor allem an der Figur des seltsamen Männchens liegen, die überraschend an einen TV-Außerirdischen, der gern nach Hause telefonieren wollte, erinnert.

Manche der Linien sind genau so ausgerichtet, dass sie zur Mittsommerwende „auf die Sonne treffen“ und so den Beginn der Aussaat- oder Erntezeit anzeigen sollen, andere Linien könnten religiöse Bedeutung haben oder auf Wasserquellen hinweisen.

Direkt an der Panamericana gibt es einen Aussichtsturm, von dem aus Sie drei der bekannteren Figuren erspähen können. Allerdings ist die Treppe hoch nicht unbedingt etwas für Sie, falls Sie an Höhenangst leiden sollten. Um die volle Pracht der Nazca Linien zu erfassen, sollten Sie natürlich einen Rundflug buchen. Die starten von dem kleinen Maria Reiche Flughafen und dauern meist zwischen einer halben und einer Stunde – der Preis kann dabei stark variieren, deshalb lohnt es sich, zunächst am Flughafen die verschiedenen Angebote miteinander zu vergleichen und gegebenenfalls die Preise der anderen Anbieter als „Druckmittel“ für einen besseren Preis zu nutzen.

Nepper, Schlepper, Touristenfänger

In kaum einer anderen Touristenhochburg Perus werden so viele „Touranbieter“ versuchen, Sie übers Ohr zu hauen – aber wenn Sie darauf vorbereitet sind, sollte eigentlich nichts schief gehen. Hier sind die beliebtesten Tricks, mit denen versucht wird, Ihnen das Geld aus der Tasche zu ziehen:

  • „Ihr Hotel ist gut, aber aufgrund einer Messe ausgebucht – ich kann Ihnen ein Zimmer in XYZ anbieten!“
  • „Nein, Ihr Hotel ist ganz schrecklich, es hat die Besitzer gewechselt und ist seitdem nicht zu empfehlen – ich kann Ihnen ein Zimmer in XYZ anbieten“
  • „Bei mir bekommen Sie alles aus einer Hand: mein Schwiegervater hat ein Hotel, mein Bruder ein Flugzeug und ich ein Reisetourenbüro!“

So, oder so ähnlich werden Sie in dem Augenblick angesprochen werden, in dem Sie den Bus in Nazca verlassen. Falls Sie schon im Voraus ein Hotel gebucht haben, lassen Sie sich nicht „beschwatzen“ sondern winken freundlich, aber bestimmt ab.

An dieser Stelle will ich als in Peru lebender Ausländer betonen das es sich hierbei um eine der wenigen Ausnahmen handelt. Die Peruaner sind in der Regel  ehrliche, nette und zuvorkommende Menschen die Ausländer nicht abzocken. Was nicht heißen soll das jeder Preis sofort akzeptiert werden sollte. Gewöhnen Sie sich bei Preisangaben einfach an zu sagen „Etwas weniger“ oder auf spanisch „Algo menus“. Es ist üblich zu handeln.

Essen und Trinken in Nazca

Es gibt keinen Mangel an einheimischen Restaurants, die sich überall in Nazca finden lassen. Hier, wo auch die Locals einkehren, können Sie ein Menü (Suppe, Auswahl zwischen 3 – 5 Hauptgerichten und ein nicht-alkoholisches Getränk) für rund 5 – 10 Soles genießen. Achtung, hier können  auch für unsere Gaumen ungewöhnliche Fleischsorten wie Lama oder Meerschweinchen auf der Karte stehen.

Am Rande der Plaza de Armas gibt es zudem einen ganzen Haufen an Foodcarts, wo Sie unfassbar leckeres Streetfood für kleines Geld holen können.

Getrunken wird in einer der zahlreichen Bars an der Jr. Bolognesi, und natürlich gibt es auch hier das Nationalgetränk Pisco Sour und andere Leckereien wie Maisbier und Co.

So kommen Sie nach Nazca

Obwohl es einen kleinen Flughafen in Nazca gibt, wird er momentan nur für die Rundflüge über die Nazca-Linien genutzt. Aber wie so oft in Peru, sind auch hier die Busse zur Stelle, die Sie relativ bequem und vor allem günstig durchs Land bringen.

Von Lima aus schaffen Sie die rund 450 km lange Strecke in rund 8 Stunden, von Cuzco aus dauert es rund 14 Stunden (es gibt Nachtbusse), von Arequipa aus in rund 9 Stunden.

Die nächste größere Stadt Ica erreichen Sie mit dem Bus in rund 2 – 3 Stunden, allerdings fahren die Busse meist erst dann los, wenn sie voll sind.

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