El Callao – die Hafenstadt bei Lima

Callao, oder auch „El Callao“ ist eine Hafenstadt im Einzugsbereich der peruanischen Hauptstadt Lima. Aufgrund seiner Nähe, aber auch weil der Flughafen Limas sich hier befindet, wird fälschlicherweise oft angenommen, es sei Teil der Hauptstadt, aber weit gefehlt.

Callao ist zum einen die wichtigste Hafenstadt Perus (immerhin rund 75% der Im- und Exporte erfolgen über den riesigen Schiffhafen) und zum anderen ein beliebtes Ausflugsziel für Städter und Touristen. Vor allem die Strände in La Punta, die pittoresken Häuschen in Bellavista und natürlich die Inseln vor der Küste locken immer mehr Besucher an. Und so hat El Callao, was früher nicht unbedingt als „gute Gegend“ galt, in den letzten Jahren eine ziemliche Verschönerungskur verpasst bekommen und zeigt sich heute in frischem Glanz.

Natur, Strand und Geschichte

Callao erstreckt sich auf und rund um eine Halbinsel herum, das Zentrum der Stadt befindet sich dabei im Distrikt La Punta, eine wohlbetuchte Nachbarschaft. Die bekannteste Sehenswürdigkeit ist dabei ohne Frage das Castillo de Real Felipe, ein Fort aus dem Jahr 1740, dass nicht nur die turbulente politische Geschichte Perus überlebt hat, sondern auch diverse Angriffe durch Piraten.

Bei der wirtschaftlichen Bedeutung von El Callao ist es nicht weiter verwunderlich, dass sich hier einige Militäreinrichtungen befinden, unter anderem die Escuela Naval Del Peru (die Peruanische Marine Akademie), die immerhin ein Drittel von La Punta einnimmt sowie die Militärbasis auf der Insel San Lorenzo, die für Besucher gesperrt ist.

La Punta verfügt über drei Strände, die aufgrund der relativ kleinen Kiesel besonders viele Besucher anlocken – die Strände in Lima sind nämlich meist recht felsig und voll großer Steine. Aber die Steine sind nicht der einzige Grund, warum die Strände beliebt sind, auch die ruhigen Gewässer tragen das Ihre dazu bei.

Cantolao, Malecon and La Arenilla Beach verfügen alle über eine perfekte Infrastruktur zum Entspannen. Angefangen von Übernachtungsmöglichkeiten bis hin zu Restaurants und Shops. Da die Gewässer allerdings überraschend kalt sind, konnten sich hier Wassersportarten, bei denen man auf dem Wasser bleibt, besser durchsetzen. So gibt es hier nicht nur einen ausgesprochen hübschen Jachthafen, sondern vor allem auch Ruderclubs. Vier Stück an der Zahl, plus das eigene Team der Marine-Akademie – das bedeutet vor allem morgens kann es auf dem Wasser hektisch zugehen.

Die Inseln vor Callao

Vor der Küste befinden sich gleich mehrere Inseln, von denen allerdings nicht viele zu besuchen sind. Da wäre zum einen San Lorenzo, immerhin die größte Insel Perus, die allerdings eine Verbotene Zone unter Kontrolle der „Marina de Guerra del Reu“ darstellt. Obwohl es auf der Insel einige interessante Artefakte und Überreste der Inka- und Prä-Inka-Kulturen gibt, wird nur in äußerst seltenen Fällen eine Besuchsgenehmigung erteilt, beispielsweise für Biologen oder Archäologen.

Da es auf der Insel kein Frischwasser gibt, wurde sie nie weiter erschlossen. Es gibt allerdings immer wieder Pläne, die Insel per Brücke mit dem Festland zu verbinden und einen kleinen Flugplatz zu bauen. Aber bis dahin müssen Besucher mindestens einen Abstand von 300 Metern zu der Insel halten.

Dann wäre da Noch El Fronton, welches durch einen rund 800 Meter breiten Kanal von San Lorenzo getrennt ist und die meiste Zeit als Gefängnisinsel genutzt wurde. Hier saßen beispielsweise der zweimalige Präsident Perus Fernando Belaunde Terry und der Schriftsteller und Revolutionär Hugo Blanco ein, genauso wie unzählige maoistische Militante.

Etwas weniger grimmig geht es da auf den Palomino Inseln zu, einer Inselgruppe aus vier kleinen Inselchen rund 6 Meilen vor der Küste. Sie sind Heimat für unzählige Seelöwen und riesige Seevögel-Kolonien und gelten als eines der wenigen Paradebeispiele für ein intaktes Ökosystem. In den letzten Jahren hat sich rund um die Inseln ein reger Touristenstrom eingestellt, die hier die Tiere in ihrer natürlichen Umgebung beobachten können.

Wissenswertes rund um Callao

  • La Punta verfügt über sein eigenes Erdbebenwarnsystem, da aufgrund der uniquen Lage die Gefahr von Tsunamis im Falle eines Erdbebens besteht
  • La Punta ist zudem nach starken Bemühungen der lokalen Polizei so gut wie kriminalitätsfrei und gilt als eines der saubersten Distrikte in ganz Peru
  • Fun Fact: Callao ist Heimatort des mittlerweile zur Fußballlegende gewordenen Claudio Pizarro!

So kommen Sie hin

Callao bildet eine urbane Einheit mit Lima und ist perfekt an die öffentlichen Verkehrsmittel angeschlossen. Falls Sie gerade am Flughafen gelandet sind, befinden Sie sich sowieso schon fast „mittendrin“, und wenn nicht, können Sie mit dem Bus, dem Zug oder ganz einfach mit dem Taxi nach Callao rüber fahren.

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