Lambayeque – Auf den Spuren der Chimu, Mochica und Sican

Lambayeque – Auf den Spuren der Chimu, Mochica und SicanDas mit nicht mal 50.000 Einwohnern recht beschauliche Städtchen Lambayeque mag zwar Pate für die gesamte Region gestanden haben, die Hauptstadt allerdings ist Chiclayo. So kommt es, dass Lambayeque sich vieles von seinem ursprünglichen Charme behalten konnte und ein eher ruhiges Städtchen geblieben ist. Am bekanntesten ist es für seine archäologischen Ausgrabungsstätten in direkter Nähe und die dazugehörigen Museen. Damit stellt es ein beliebtes Ziel für geschichtsbegeisterte Urlauber während ihrer Peru Reisen dar.

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Die Wiege der ersten nordwestlichen Zivilisation

Der Legende nach landeten vor ewigen Zeiten eine Armada an Flossen in der San Jose Bucht an, angeführt von dem fast schon übermenschlichen Häuptling Naymlap. Er soll hier gemeinsam mit 8 weiteren fremdländischen Kriegern eine neue Zivilisation gegründet haben. Seine Nachkömmlinge teilten sich in verschiedene Lager auf: die Mochica und Chimu, von denen die Mochica sich in Lambayeque niederliessen. Nach ihrem Untergang kamen Angehörige der Lambayeque, eine Untergruppe der Sican-Kultur, in die Region, wurden aber von den Chimu etwa 100 Jahre später erobert.
Als schließlich die Inka über Lambayeque hereinbrachen, gaben sich die Chimu nicht so schnell geschlagen. Es dauerte über 40 Jahre, bis die Inka sich die Gegend eigen machen konnten – und dann sollten auch schon bald die Spanier kommen, die ihrerseits das Inka-Reich vernichteten.
Doch zahlreiche Überreste der Bauten und Relikte aus längst vergessenen Zeiten machen heute einen Großteil des Reizes der Stadt aus. Wer hier hin kommt, möchte entweder zu den Ausgrabungsstätten von Tucume oder aber das weit über die Grenzen Perus bekannte Grab des „Lord von Sipans“ besichtigen.

Das Brüning Museum in Lambayeque

Das Brüning Museum in Lambayeque

Wer sich einen Eindruck über all die Kostbarkeiten der Region machen möchte, sollte auf jeden Fall das Brüning Museum auf dem Plan haben. In dem modernen Gebäude werden momentan mehr als 1.500 Artefakte ausgestellt, sowohl aus Tucume als auch aus den Gräbern des Herrn von Sipan. Kunstvoll gefertigter Schmuck aus Silber und Gold, aufwendig bestickte Textilien und handgeknüpfte Teppiche, Waffen und viele weitere Ausstellungsstücke werden hier seit 1924 gesammelt und für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Die ältesten Stücke sind über 10.000 Jahre alt.
Das Museum hat täglich von 9.00 – 17.00 Uhr geöffnet, der Eintritt kostet ca. 3$ ohne und 7$ mit Führung.

Tucume – Das Tal der Pyramiden

Nicht weit von der Stadt Lambayeque entfernt befindet sich eine der wohl bedeutendsten archäologischen Stätten nicht nur Perus, sondern ganz Südamerikas. Die Pyramiden von Tucume, ehemals über 200 aus Lehmziegeln gefertigte Gebäude, sind Überbleibsel der Sican- oder Lambayeque-Kultur, geschätzt auf das Jahr 1000 v. Chr.

Um das Tal der Pyramiden – oder wie es die Einwohner nennen: das Fegefeuer (Purgatorio) – ranken sich zahlreiche Legenden. Und man wird garantiert keinen Einheimischen finden, der das Gelände nach Sonnenuntergang betritt, denn dann sollen hier die Geister ihrer Urahnen durch die Lehmgebäude streifen.

Tagsüber kann man das riesige Areal und die Huacas, die Pyramiden, besichtigen. Es gibt ein kleines Besucherzentrum sowie ein Museum, in dem man einige sehr interessante Artefakte bestaunen kann. Die bedeutendsten Huacas ist die „lange Pyramide“, auch Huaca 1 genannt, der Tempel des heiligen Steins sowie die Huaca Balsas.

Das Grab des Herrn von Sipan

Lambayeque

1987 kam es in der Nähe von Lambayeque zu einer archäologischen Sensation: es wurde eine Grabanlage aus dem 1. – 6. Jahrhundert entdeckt, die nicht nur einen hohen Adligen aus der Moche-Kultur beherbergte, sondern auch unermessliche Grabbeigaben. Gold- und Silberschmuck verziert mit Türkisen und Lapislazuli und Totenmasken geben heute noch Rätsel auf. Aber nicht so sehr, wie das Lama und der Grabwächter ohne Füße, die ebenfalls in einer Kammer entdeckt wurde.
Die Huaca besteht aus zwei Pyramidenstümpfen und einem Podest und kann täglich von 9.00 – 17.00 besichtigt werden. Es gibt Bustouren zur Ausgrabungsstätte sowohl von Lambayeque als auch von Chiclayo aus.

Wie kommt man nach Lambayeque und wo kann man bleiben?

Möchte man den komfortablen Weg nehmen und mit dem Flugzeug anreisen, kann man einen der regulären Flüge in den Nachbarort Chiclayo (etwa 12 km entfernt von Lambayeque) nutzen. Der Flug dauert ungefähr eine Stunde.
Mit dem Bus liegt die Hauptstadt Perus Lima ca. 780 km entfernt und kann bequem über die Panamericana erreicht werden. Auch wenn es Direktverbindungen bis nach Lambayeque gibt, steuert die Vielzahl der Busunternehmen Chiclayo an, von wo aus man per Taxi oder Minibus nach Lambayeque weiterfahren muss.

Lambayeque selbst verfügt nur über sehr wenige Übernachtungsmöglichkeiten. Eine davon ist die Casa Santa Lucia, ein historisches Gebäude aus dem 19. Jahrhundert mit einer malerischen Terrasse mit WLAN und einem interkontinentalen Frühstück. Die Übernachtung kostet 50 – 65,- Euro pro Person. Hat man besondere Ansprüche, sollte man sich ein Hotelzimmer in Chiclayo buchen. Sämtliche Sehenswürdigkeiten Lambayeques sind innerhalb von knapp 20 Minuten erreichbar.

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