Oxapampa – ein kleines Stückchen Tirol mitten in Peru

Umgeben von üppigen Berg- und Regenwäldern, eingebettet in blühende, fruchtbare Ebenen steht ein kleines Städtchen, dass deutschen und österreichischen Besuchern unheimlich bekannt vorkommen dürfte: Oxapampa, eine Stadt aus dem 19. Jahrhundert, gegründet von Siedlern, die einst aus Preußen und Tirol hierhin kamen.

Heute ist Oxapampa vor allem für seinen Kaffee, Zuckerrohr-Likör und einem der besten Musik-Festivals in ganz Peru bekannt. Durch die günstigen Immobilienpreise sind in den letzten Jahren zahlreiche neue Siedler nach Oxapampa gekommen, diesmal oft Städter aus Lima, die hier ein neues Leben für sich beginnen wollten. So entstanden in den letzten zehn Jahren hier zahlreiche neue Geschäfte, Hostels und Hotels, genauso wie einige Bio-Farmen und Co., die die fruchtbare und vor allem schöne Landschaft zu schätzen wissen.

Von Pozuzo zur Gründung von Oxapampa

Die Gegend des heutigen Oxapampa war schon lange vor der ersten Kolonialisierung von nativen Stammesgruppen wie den Yanesha, den Campa und Ashaninka besiedelt, die hier als Nomaden oder Halbnomaden lebten. Erst Mitte des 17. Jahrhunderts fanden erste Missionäre ihren Weg in das zentralperuanische Tiefland und errichteten erste Missionen in der Gegend.

Mitte des 19. Jahrhunderts beschloss sich die peruanische Regierung, „Verstärkung“ zu holen und schloss einen Vertrag mit Baron Damian Schütz von Holzhausen, der sich verpflichtete, 10.000 Siedler ins zentrale Tiefland zu bringen. Doch ganz so viele wurden es nicht, denn gerade einmal 200 Tiroler und 100 Deutsche folgten seinem Ruf, und die stammten meist aus ärmlichen Verhältnissen und sahen dies als eine Chance auf ein neues Leben im Andenstaat. Wahrscheinlich hatte ihnen auch niemand von der beschwerlichen Reise berichtet, denn erst mussten sie über Monate hinweg auf dem Schiff verbringen, um dann auch noch die Anden zu überqueren. Und als sie dann schließlich in dem vorgegeben Gebiet Pozuzo ankamen, bemerkten sie schnell, dass dieser sich überhaupt nicht gut für eine Besiedelung eignete. Zu eng war das ausgewählte Tal, zu heiß und feucht das Klima.

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Die Siedler, nun gut geübt im Umherreisen, machten sich erneut auf den Weg und suchten nach einer besseren Umgebung für ihren Neuanfang – und fanden es schließlich im rund 80 km entfernten Oxapampa, dass sie 1891 als neue Kolonie gründeten.

Selbst heute noch treffen Sie in Oxapampa auf Nachfahren dieser ersten Siedler, die mit ihren blonden Haaren und hellen Augen sofort ins Auge stechen.

Sehenswürdigkeiten in und um Oxapampa

Wie so oft in Peru, finden sich die Sehenswürdigkeiten rund um die Plaza de Armas, dem Hauptplatz der Stadt. Und ohne Frage ist das Highlight unter ihnen die Iglesia de Santa Rosa, eine Kirche, die komplett aus Holz erbaut wurde. Verantwortlich dafür tragen sich die Franziskaner, die sie an dieser Stelle 1940 errichteten. Wenn Sie durch das Zentrum von Oxapampa spazieren, können Sie noch einige weitere Holzhäuser aus dieser Zeit sehen, allerdings ist die Kirche das Schönste und Besterhaltenste der Stadt.

Auch die „andere“ Attraktion, die Mission Quillazu, wurde von den Franziskanern erbaut, allerdings schon 1880, was das Kloster zu einem der ältesten im ganzen Land werden lässt.

Ansonsten gilt: die wahren Schätze Oxapampas sind die kleinen Läden, in denen Sie allerlei Ungewöhnliches finden können – unter anderem extrem leckere deutsche und österreichische Backwaren.

Etwas außerhalb der Stadt liegt Bio Westreicher, ein kleiner Zoo mit angeschlossenem Restaurant, wo Sie unter anderem eine große Kolonie australischer Emus und natürlich Lamas, Alpakas und Co. von ganz Nahem sehen können.

Sie sind ein leidenschaftlicher Foodie? Dann ab zu „La Floralp“, einer Käserei, die berühmt ist für ihre 21 verschiedenen Käsesorten – die Sie hier nicht nur kaufen, sondern natürlich auch verkosten können. Fischig wird es auf der Piscigranja, einer kleinen Forellenfarm, wo Sie die Fische ganz frisch erwerben können – jetzt fehlt nur noch ein Grill, um die Leckereien drauf zu schmeißen!

Nördlich von Oxapampa lebt das native Volk der Tsachopen, die einen kleinen Einblick in ihre Kultur geben. Selbst wenn die Einwohner heute „modern“ gekleidet sind, so haben sie sich die alten Traditionen und Bräuche bewahrt – und bieten natürlich auch kulturelle Andenken an. Besonders schön: die Töpfereien und der originelle Schmuck, der zum Teil aus Saatgut gefertigt wird.

Landschaftliche Attraktionen rund um Oxapampa

Die Gegend rund um Oxapampa ist atemberaubend schön. Hier gibt es vielleicht nicht die schier endlose Leere der Wüste oder die majestätischen Berggipfel der Anden, aber dafür erwarten Sie hier üppige Regenwälder, imposante Wasserfälle und mysteriöse Höhlen. Nicht umsonst wurde ein 122.000 ha großes Gebiet unweit von Oxapampa 1986 zum Nationalpark Yanachaga Chemillen erklärt. Und das ist nicht das einzige Schutzgebiet hier: heute gilt die Region von der UNESCO ausgezeichnet als Biosphärenreservat Oxapampa-Ashaninka-Yanesha.

Einige der näheren Highlights sind:

  • Auf der Straße nördlich Richtung Pozuzo finden sich gleich zwei Wasserfälle, zu denen sich ein kleiner Abstecher lohnt: der Catarata de Anana und der Catarata Rayantambo.
  • 14 km außerhalb von Oxapampa liegt der Catarata Rio Tigre, der sich, umgeben von wildem Dschungel in die Tiefe ergießt. Von der Fußgängerbrücke über den Rio Tigre haben Sie einen hervorragenden Blick auf das Spektakel
  • Auf der Straße Richtung Chotabamba liegt die Tunqui Cueva, eine kleine, aber durchaus interessante Höhle.

Natürlich können Sie auch längere Touren buchen, die Sie tief in das Herz des Nationalparks führen – festes Schuhwerk und Regenjacke äußerst empfehlenswert!

Hotels in Oxapampa

Hotel Heidinger
Hotel Heidinger

Altares de Oxapampa
Altares de Oxapampa

Villa Hermosa
Villa Hermosa

Cemayu Lodge
Cemayu Lodge

Posada Edelweiss
Posada Edelweiss

So kommen Sie nach Oxapampa

Anreise

Oxapampa liegt rund 385 km nordöstlich der Hauptstadt Lima im zentralen Tiefland Perus. Mit dem Bus dauert die Strecke bis zu 10 Stunden – ist dafür aber unschlagbar günstig. Wenn Sie es eilig haben sollten, können Sie von Lima aus nach Jauja fliegen und von dort mit einem Taxi nach Oxapampa weiterfahren – aber wer hat es in Peru schon wirklich eilig?

Oxapampa