Tarapoto – die Stadt der Palmen

Tarapoto lagua azul

Am Fuße der Anden liegt Tarapoto, die größte Stadt der Provinz San Martin und das wirtschaftliche Zentrum der Region. Die Stadt liegt auf einem Dschungelplateau, welches auch unter dem Namen „Wolkenwald“ bekannt ist und gilt als ein Ausgangspunkt für Trips in die Regenwälder des Amazonas.

Das tropische Klima, die üppige Umgebung mit undurchdringbarem Dschungel, klaren Seen und imposanten Wasserfällen sowie zahlreiche historische Attraktionen machen Tarapoto zu einem beliebten Ziel für Urlauber – dementsprechend findet man hier auch eine Vielzahl an erstklassigen Hotels und Restaurants.

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Die Rache der Inka

Dort, wo heute Ayachucha liegt, lebten früher Angehörige der Pocras und der Chanca, zwei sehr alte prä-Inka Kulturen. Als die Inka dort einfielen, planten die Einwohner unter der Führung des Kommandanten Ancohallo eine Revolte, die – auch wenn zunächst von Erfolg gekrönt – in einem Blutbad enden sollte. Die Inka rächten sich gar fürchterlich an den Rebellen und diejenigen, die entkommen konnten, ließen sich hier, wo sich heute San Martin erstreckt, an den Ufern der Flüsse Mayo und Cumbaza nieder. So entstand die kleine Stadt Lamas und später dann Tarapoto.

Offiziell wurde Tarapoto am 20. August 1782 von dem Bischof Baltazar Jaime Martinez de Compagnon y Bujanda gegründet, der sie nach den hier zuhauf wachsenden Taraputus-Palmen benannte. Heute ist die Stadt das wirtschaftliche und auch touristische Zentrum, wenn es um den „Eingang“ zur Amazonas-Region geht. Es gibt nicht nur einen kleinen Flughafen mit Verbindungen nach Lima und Iquitos, sondern auch eine Straße, die von der Pazifikküste über Moyobamba (die eigentliche Hauptstadt der Provinz San Martin) bis nach Yurimaguas im Amazonasbecken führt.

Die Wasserfälle in der Umgebung von Tarapoto

Der wohl bekannteste Wasserfall (und auch der größte in der Gegend) ist der Cataratas de Ahuashiyacu. Mit einer Fallhöhe von 40 m, einem kleinen Restaurant gleich in der Nähe sowie einem ausgezeichneten Spot für erfrischenden Badespaß, lohnt sich die 45-minütige Autofahrt in Richtung Yurimaguas auf jeden Fall. Eine etwa vierstündige Tour kann man in Tarapoto für knapp 35 $ buchen. Allerdings ist der Wasserfall ein beliebtes Ausflugsziel und kann deshalb oft sehr überfüllt sein.

Wer ein wenig mehr „ursprüngliches Dschungelfeeling“ haben möchte, bucht deshalb eine Tour zu den Cataratas de Huacamaillo, der wesentlich weniger besucht ist. Das liegt allerdings wahrscheinlich daran, dass man eine zweistündige Wanderung mit diversen Flussdurchquerungen mitmachen muss, um hinzugelangen. Die Tour kostet etwa 85 $, aber man wird dafür mit einem einzigartig schönen Panorama belohnt. Eines der schönsten Plätzchen in der Gegend, den man allerdings nicht ohne einen Guide erkunden sollte.

Das Naturschutzgebiet Alto Shilcayo

Nur etwa 3 km außerhalb der Innenstadt Tarapotos liegt Alto Shilcayo, ein Teil des Schutzgebiets der „Aréa de Conservación Regional Cordillera Escalera“, das den Dschungel rund um den Rio Shilcayo umfasst. Plant man einen Ausflug in das Schutzgebiet, sollte eine Kamera mit einem guten Objektiv unbedingt mit im Gepäck sein, denn man kann kunterbunte Vögel, Affen und viele andere Tiere beobachten. Zudem gibt es im Park fünf atemberaubende (und von der breiten Masse unentdeckte!) Wasserfälle sowie eine Aussichtsplattform, die einen tollen Blick über das Gebiet erlaubt.

Am Eingang des Parks kann man Touren buchen – und das sollte man auch tun, denn gerade in der Regenzeit können die Pfade doch recht rutschig, wenn nicht sogar unpassierbar werden. Ob Kurztrip oder zweitägige Tour mit Übernachtung im parkeigenen Hostel (etwa 20 $ pro Person und Nacht), hier kann man einen kleinen Einblick in die Anfänge des Amazonas werfen, ohne gleich im Niemandsland verschwinden zu müssen.

Ein Besuch in der Nachbarstadt Lamas

Tarapoto Llamas

Lamas liegt nur eine kurze Autofahrt von Tarapoto entfernt und man sollte sich einen kurzen Besuch dort auf keinen Fall entgehen lassen. Die Stadt ist nämlich bizarrer-weise zweigeteilt: auf dem unteren Plateau leben die indigenen Einwohner und auf dem oberen Plateau Mestizen, also Nachfahren von weißen und indigenen Bewohnern – und beide Plateaus verfügen über eine sehr unterschiedliche Architektur.
Und um dem kuriosen Städtchen die Krone aufzusetzen, prangt an der Kante des oberen Plateaus eine Nachbildung eines alten Schlosses im europäischen Stil.
Jedes Jahr in der letzten Augustwoche wird hier übrigens ein großes Festival gefeiert: das Fest von Santa Rosa de Lima.
Eine Tagestour mit Führung von Tarapoto nach Lamas kostet etwa 35,- Dollar.

Wie kommt man hin und wo kann man bleiben?

Normalerweise nehmen nur wenige Touristen die lange Fahrt mit dem Bus von Lima nach Tarapoto auf sich. Immerhin knapp 1.500 km Weg und eine 26-stündige Busfahrt sind nicht verlockend, wenn der Flieger die gleiche Strecke in nur 1 Stunde und 15 Minuten schafft (und nicht wesentlich viel teurer ist). Trotzdem gibt es natürlich tägliche Busverbindungen von Perus Hauptstadt Lima aus.
Wer von Tarapoto aus weiter nach Yurimaguas (Entfernung ca. 135 km) möchte, kann seinen Weg auf dem Wasser weiterführen und auf dem Huallaga und Maranon Fluss bis in den Amazonas und nach Iquitos schippern.
Tarapoto ist eine Touristenhochburg im Norden Perus, deshalb findet man hier auch zahlreiche günstige Hostels und Hotels, aber auch exklusivere Resort-Anlagen, in denen man sich verwöhnen lassen kann. Die Tucan Suites Aparthotel direkt in der Stadtmitte bieten beispielsweise kostenfreies Frühstück, einen gepflegten Pool, W-Lan und Shuttleservices sowohl zum Flughafen als auch zu den Attraktionen in der Umgebung, und das für etwa 70,- Euro pro Übernachtung.

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