Rechte bei Flugverspätungen

Ihre Rechte bei Verzögerungen im Flugverkehr

Verzögerungen im Flugverkehr – Ihre Rechte

Streiks, Wetterextreme und Einsparungen – Verzögerungen im Flugverkehr sind eher die Regel als die Ausnahme. Was Passagiere hinnehmen müssen und wann es eine Entschädigung gibt.

Die gute Nachricht zuerst: Fluggesellschaften werden zuverlässiger. Dennoch gibt es nach wie vor zu viele Passagiere, die am Gate zurückgelassen werden und zu viele Flüge, die wegen mangelnder Auslastung kurzfristig gestrichen werden. Gerade bei Langstreckenflügen kommt es immer wieder zu verpassten Flügen; auch weil die EU-Fluggastrechteverordnung nur für Flüge gilt, die innerhalb des Unionsgebietes starten oder landen. Allerdings nicht immer, denn dafür sorgt die jüngste Rechtsprechung des EuGH.

Wann Passagiere entschädigt werden müssen

Die meisten Entschädigungen bezahlen Fluggesellschaften für Verspätungen und diese nehmen zu. Geschuldet ist dieser Umstand einerseits der Maximalauslastung, an der Flughäfen ihre Starts und Landungen planen und zum anderen dem zunehmenden Luftverkehr. Große Flughäfen müssen an ihrer Maximalkapazität planen, da ansonsten neue Airlines nie zu einer Start- oder Landeerlaubnis kommen würden. Macht dann einmal das Wetter einen Strich durch die Rechnung, reduzieren sich die Starts aus Sicherheitsgründen schnell einmal um 25% und das kann den Flugverkehr gewaltig durcheinanderbringen. Unter Umständen dauert es mehrere Stunden, bis das wieder aufgeholt ist und der Flugverkehr wieder nach Plan läuft.

Wetterextreme stellen natürlich einen außergewöhnlichen Grund dar, den Passagiere in Kauf nehmen müssen. Alles andere wird zum normalen Betrieb gezählt und dafür müssen Airlines geradestehen. Maßgeblich für eine Entschädigung ist dabei, um wie viel das Flugzeug verspätet am Zielort ankommt und das muss mindestens zwei Stunden später sein, wenn es sich um einen Kurzstreckenflug handelt. Auf der Mittelstrecke sind es drei Stunden und auf der Langstrecke vier Stunden.

Gerade bei Flügen nach Peru sind Flüge mit Zwischenstopps eher der Fall als Direktflüge, Gerade je näher man dem Urlaubsziel kommt, desto eher passiert das mit regionalen Fluggesellschaften und die sind von der EU-Fluggastrechteverordnung ausgenommen. An sich, denn hier gab es ein wegweisendes Urteil des EuGH im Zusammenhang mit der Praxis des Codesharing. Das dient dazu, das eigene Angebot, um ein Vielfaches zu erweitern und ohne viel Aufwand zu haben dem Kunden einen umfassenden Service zu bieten. An sich eine wirtschaftlich gute Lösung. Nur entfiel dabei bei vielen Konsumenten die Entschädigung

Nun gilt jedoch, dass Fluglinien ein Auswahlverschulden trifft. Wenn die südamerikanische Regionalfluglinie mehrere Stunden Verspätung hat, können Passagiere einen Anspruch direkt bei der Airline geltend machen, bei der sie gebucht haben. Voraussetzung dafür ist, dass es sich um eine einheitliche Buchung handelt und der Flug innerhalb der Union startet oder landet. Bei Inlandsflügen in Peru würde dies nur zutreffen, wenn der Anschlussflug vollständig bei einer europäischen Airline gebucht wurde. Inlandsflüge die spontan im Land gebucht werden fallen nicht unter die EU-Regel.

Ansprüche aus der EU-Fluggastrechteverordnung geltend zu machen, lohnt sich überhaupt in den meisten Fällen, da es sich um eine Konsmentenschutznorm handelt. In den letzten Jahren entwickelte sich eine rigorose Auslegung und Rechtsprechung zugunsten der Passagiere. Zwar wehren die Fluggesellschaften nach wie vor die Ansprüche pauschal mit der Begründung „außergewöhnliche Umstände“ ab, jedoch sind diese nur noch vereinzelt tatsächlich außergewöhnlich – aus einer Flugverspätung Rechte geltend zu machen, lohnt sich also.

Wer diesen Aufwand nicht selbst betreiben will, kann sich dafür an eine der Fluggastportale wie beispielsweise AirHelp wenden. Gegen eine Provision übernehmen sie den Schriftverkehr und nötigenfalls auch das Prozesskostenrisiko. In diesem Fall zeigt die Praxis auch, dass Konsumenten in der Regel schneller zu ihrem Geld kommen, weil Fluggesellschaften dabei einen gleichwertigen Gegner haben und somit eher einsichtig sind. Eine Win-Win Situation für Passagiere.