Festividad Santísima Trinidad in Andamarca – Glaube, Viehzucht & Musik im Sondondo‑Tal
In der Gemeinde Andamarca (Distrikt Carmen Salcedo, Provinz Lucanas, Ayacucho) findet jedes Jahr am Sonntag nach Pfingsten – zwischen Mai und Juni – die Festividad Santísima Trinidad statt. Drei Tage lang verschmelzen Religion, Viehzucht und Gemeinschaft zu einem Fest, das die Identität der Anden lebendig hält. Träger der Tradition sind die 18 Sektoren der Dorfgemeinschaft, repräsentiert durch Mayordomo und Adornante, die Gastgeber und Seele der Feier sind.
Ablauf in drei Tagen
Tag 1 – Gran Toro Velay & Velada: Der Auftakt gehört den Wacra Pukos (aus Stierhörnern gefertigte „Hörner“), begleitet von Arpa und Violine. Am Abend versammelt sich die Gemeinde im Ruedo: Gesänge und Tänze zu Ehren des Rindviehs, Segnungen und der Pago a la Pachamama (Gabe an Mutter Erde) bilden eine nächtliche Velada bis in die späten Stunden.
Tag 2 – Gran Toro Pukllay: Am Morgen begrüßen die Autoritäten (Bürgermeister, Präsident der Gemeinde, Friedensrichter u. a.) die Qori Lazos (Lasso‑Meister). Danach folgt das Einsammeln der Divisas – farbige Kennzeichen der einzelnen Viehherden. Im Ruedo beginnt das Toro Pukllay: eine spielerische Darstellung von Kraft und Eleganz der Tiere. Ohne Verletzung, ohne Tötung – das ist die Gemeindenorm, denn die Festivität ist ein Tribut an das Rind.
Tag 3 – Messe & Prozession: Zu Ehren des Patrons der Viehzucht, der Santísima Trinidad, ziehen Gläubige, Musiker und Sänger durch die Hauptstraßen Andamarcas. Arpa, Violine und Wacra Pukos begleiten die Prozession. In der Kirche endet das Fest mit der Wahl der neuen Cargontes (Verantwortliche) für das kommende Jahr.
Musik, Instrumente & Stimmen
- Arpa & Violine: das melodische Rückgrat der Festtage
- Wacra Pukos: archaischer Klangkörper aus Stierhörnern, der die Stimme der Berge imitiert
- Gesänge & Algarabía: Chöre, Rufe und Refrains, die Vieh, Regen und Erde preisen
Wettstreit, Würde & Preise
Im Toro Pukllay feuern die 18 Sektoren ihre Tiere mit Musik, Tanz und Gesang an. Prämiert werden die besten Stiere, aber auch die besten Musiker und Sänger. So würdigt die Gemeinde Vieh, Kunst und Gemeinschaft gleichermaßen.
Sektoren der Gemeinschaft
Teilnehmende Sektoren (Auswahl): Huayllahuarmi, Matara, Visca, Tantuñe, Huasaputo, Sillana Occoro, Huayllura, Chuñopuquio, Timpuq, Huicso, Toreana, Llallahua, Huayllaccata, Quilcata, Osccamarca, Cruz Pata, Ccarhuay.
Aktivitäten während der Festtage
- Religiös: Messe, Prozession, Patronatsfest – Ciudad de Andamarca
- Rituale: Pago a la Pachamama im Ruedo
- Kulinarik: Verkostung typischer Speisen, Produkte & Getränke
- Ferias: Märkte und Handwerk aus der Region
- Natur & Bewegung: Spaziergänge und Trekking rund um Andamarca
- Studium & Forschung: Musikethnologie, Viehzucht, Ritualpraxis
Besucherinfos
- Wann: jährlich am Sonntag nach Pfingsten (Mai/Juni), Dauer: 3 Tage
- Wo: Andamarca, Distrikt Carmen Salcedo (Lucanas, Ayacucho)
- Hinweise: Respekt vor Ritualen & Tieren; Teilnahme nach lokalen Anweisungen
- Tipp: rechtzeitig anreisen & Unterkunft im Ort oder in der Umgebung sichern
Anreise nach Andamarca
Die Festividad Santísima Trinidad findet im Pueblo de Andamarca im Distrikt Carmen Salcedo (Provinz Lucanas, Ayacucho) statt. Besucher können auf verschiedenen Routen anreisen:
Route | Strecke | Verkehrsmittel | Distanz / Zeit |
---|---|---|---|
1 | Ayacucho (Terminal Sur) → Sucre (Querobamba) → Andamarca | Touristenbus | 206 km / ca. 6 Std. + 117 km / ca. 4 Std. |
2 | Ayacucho → Huanca Sancos → Andamarca | Bus / Minibus | 142 km / 3:40 Std. + 117 km / 3 Std. |
3 | Lima (Av. 28 de Julio) → Ica → Puquio → Andamarca | Touristenbus | 305 km / 4 Std. + 298 km / 5 Std. + 75 km / 2 Std. |
Tipp: Die Straßen sind asphaltiert, jedoch in den Anden teils kurvenreich. Für die Teilnahme an der Festividad empfiehlt es sich, mindestens einen Tag vor Beginn der Feierlichkeiten anzureisen, um Unterkunft und Orientierung im Ort zu sichern.
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