Loreto – die grüne Lunge Perus

Loreto – die grüne Lunge von Peru

Hoch im Nordosten Perus erstreckt sich die Region Loreto, die nicht nur die größte Region Perus ist, sondern auch das am dünnsten besiedelte gebiet des Landes. Warum ist das so? Ganz einfach: In diesem Bereich hat noch der Regenwald das Sagen! Der mächtige Amazonas Regenwald erstreckt sich über die gesamte Region und grenzt an Ecuador, Kolumbien wie auch an Brasilien. An den Ufern des Rio Amazonas hat sich hier auf weißem Sand ein Dschungel entfaltet, der seines Gleichen sucht. Exotische Tiere und Pflanzen, außergewöhnliche kulinarische Erlebnisse und die entspannte Gemütlichkeit seiner Einwohner mache Loreto zu einem fast verzauberten Märchenwald.

Die Hauptstadt Iquitos – eingeschlossen im Dschungel

Ursprünglich als Jesuitenmission gegründet, gilt Iquitos heute als Tor zum Amazonas-Dschungel. Und welche Besonderheit gibt es in Bezug auf Iquitos? Man kann die Stadt nicht per Auto oder Bus erreichen, denn (noch) gibt es keine Straße, welche in die Hauptstadt der Region Loreto führt. Iquitos kann nur per Flugzeug oder – wer viel Zeit hat und sich die erstaunliche Landschaft vom Wasser aus ansehen möchte – mit dem Boot angesteuert werden.

Früher ein boomendes Zentrum für den Kautschukanbau und den Handel mit dem gefragten Rohstoff, konzentriert man sich heute voll und ganz auf den Tourismus, denn wer sich in den wilden Dschungel aufmachen möchte, der startet seine Reise genau hier. Nicht verwunderlich also, dass man hier ein sehr aktives Nachtleben mit Livemusik, Bier und Gelächter vorfindet, sondern auch verschiedenste Übernachtungsmöglichkeiten. Vom einfachen Hostel für den Backpacker bis hin zu luxuriösen Resorts mit üppigen Gärten.

Die Sehenswürdigkeiten Iquitos‘ sind relativ schnell „abgeklappert“: Da wäre die Kirche der heiligen Mutter, Iglesia Matriz auf dem Plaza de Armas. Sie ist das höchste Gebäude der Stadt (und nicht wirklich hoch), aber dafür umso hübscher. Ebenfalls auf dem Hauptplatz befindet sich ein architektonisches Wunderwerk: das Casa de Hierro, ein Haus, welches komplett aus Eisenplatten erbaut wurde, erschaffen von dem bekannten französischen Architekten Gustave Eiffel.

Das Viertel „Belen“ gehörte früher zu den Ärmsten der Stadt. Heute ziehen die Stelzenhäuser und Hausboote täglich Besucher an, die sich hier mit allerlei Andenken eindecken und leckeres Streetfood ausprobieren können.

Wer von Iquitos aus in den Dschungel trekken möchte, bekommt hier alles, was er braucht, von der Ausrüstung über Proviant, über Führer bis hin zur richtigen Bekleidung. Doch auf eines sollte man als Reisender unbedingt aufpassen: Touristen sind eine der Haupteinnahmequellen und dementsprechend versucht jeder „Schnelle Soles“ zu machen. Bekanntlich sitzt bei den Touristen das Geld locker – und das eben nicht nur in Peru. Deshalb sollte man sich, gerade bei Touren in den Dschungel, nur an seriöse Agenturen (findet man rund um den Plaza de Armas) wenden und sich auf keinen Fall auf der Straße ansprechen lassen.

Und auch bei den Shops mit beliebten Souvenirs sollte der Besucher Vorsicht walten lassen, denn man kann hier zwar allerlei tierische Andenken kaufen. Wer aber versucht, Produkte, die aus geschützten Tieren gefertigt wurden, über die Grenzen zu schmuggeln, kann das unter Umständen teuer bezahlen. Hier gilt: Vor dem Kauf über das Internet notwendige Erkundigungen einziehen, ob das eigene Souvenir unbedenklich ist! Das Ganze abgesehen davon, dass man lieber auf Nachhaltigkeit und Eco-Tourism statt auf Jagdsouvenirs setzen sollte.

Ab in den Dschungel!

Rund um Iquitos ist heute nicht mehr viel vom ursprünglichen Dschungel zu sehen. In einem Umkreis von knapp 100 km wurde hier gerodet und gebaut, so dass man schon ein Stückchen weiter fahren muss, um echtes Regenwaldfeeling aufkommen zu lassen.

Wer nur Zeit für einen Tagestrip hat, sollte unbedingt den Zungarococha See besuchen. Er liegt in der Nähe des Flughafens und in der Corrientillo Lagune finden sich einige kleine Fischerrestaurants, die die besten Eintöpfe jenseits des Amazonas zubereiten. Am rechten Ufer des Nanay Flusses kann man ein erfrischendes Bad nehmen oder sich im Kanu-Fahren ausprobieren.

Expeditionen in den Amazonas starten regelmäßig von Iquitos aus. Ob Übernachtung im Zelt oder im Hotel, auf Suche nach wilden Tieren oder Fahrradtouren durch die Vegetation, bietet der Dschungel Touristen schier unendliche Möglichkeiten. Nur eines sollte man vermeiden: sich ohne einen Führer aufzumachen, denn hat man sich erst einmal verirrt, wird es schwierig, einen Weg aus dem Dickicht zu finden.

Der Santa Clara Beach – nur in der Trockenzeit geöffnet

Etwa 12 Kilometer von Iquitos entfernt liegt der Santa Clara Beach, der nur in der Trockenzeit von Juli bis November erscheint. Dann nämlich, wenn die Wasser des Nanay Flusses niedrig genug sind, erscheinen die weißen Strände – und damit auch die Besucher. Man kann am Beach Campen oder einfach nur einen gemütlichen Nachmittag verbringen und durch die zahlreichen Straßenverkäufer ist auch für das leibliche Wohl gesorgt.

Wie kommt man nach Loreto?

Der Amazonas ist eine der am schwierigsten zu erreichenden Gegenden der Welt. Zum Glück gibt es in Iquitos einen kleinen Flughafen, der täglich von Lima aus angeflogen wird (Flugzeit 1 Stunde und 45 Minuten). Auch von Tarapoto kann man nach Iquitos fliegen (50 Minuten). Die Entfernung zur Hauptstadt Lima beträgt von Iquitos aus 1011 Kilometer.

Will man über das Wasser anreisen, kann man dies von Pucallapa über den Ucayali Fluss mit einer Fähre in Angriff nehmen, oder aber von Yurimaguas über den Huallaga und Maranon Fluss aus mit einem „Motonav“, einem kleinen Motorboot.

Mitten im Regenwald finden sich einige erstklassige Hotels, die, eingeschmiegt in die Umgebung, Komfort und Entspannung versprechen. Eines davon ist die San Pedro Lodge, die sich etwa zwei Stunden von Iquitos entfernt befindet. Es liegt am Fluss Nanay und verfügt über schnuckelige Bungalows mit Gartenblick. Die Nacht kostet zwischen 40 – 80 Euro und es gibt sogar einen kostenlosen Shuttleservice vom und zum Flughafen.

Region Loreto?

Einwohner: 1 Million
Fläche: 368851 km²
Hauptstadt: Iquitos
Municipalidad