Lucanas – Die größte Provinz Ayacuchos zwischen Hochanden und uralten Traditionen
Eingebettet in die endlosen Weiten der Anden und reich an Geschichte, die bis in vorkoloniale Zeiten zurückreicht, ist Lucanas eine der faszinierendsten Provinzen der Region Ayacucho. Mit einer Fläche von über 15.000 km² ist sie nicht nur die größte, sondern auch eine der vielfältigsten Provinzen des Departamentos – geprägt von schneebedeckten Bergen, tief eingeschnittenen Tälern, spektakulären Felsformationen und einer Kultur, die sich bis heute stark am Quechua-Erbe orientiert.
Hauptstadt Puquio – das Tor zu den Anden
Im Herzen von Lucanas liegt Puquio, die Provinzhauptstadt auf 3.214 m Höhe. Der Name stammt aus dem Quechua Pukio – „Quelle“ oder „Auge des Wassers“ – und verweist auf die zahlreichen Wasseradern, die den Ort seit Jahrhunderten mit Leben versorgen. Puquio ist nicht nur Verwaltungszentrum, sondern auch ein lebendiges Handels- und Kulturzentrum, wo sich Märkte, koloniale Kirchen und traditionelle Viertel (barrios) mit einem modernen Alltag verweben.
Geschichte und kulturelles Erbe
Vor der Ankunft der Spanier war das Gebiet Heimat der Rucanas und Soras, die für ihre landwirtschaftlichen Terrassen, Textilien und religiösen Feste bekannt waren. Später wurde die Region ins Inka-Reich integriert, was sich in der urbanistischen Struktur vieler Dörfer und in archäologischen Überresten widerspiegelt.
Noch heute lebt die Quechua-Kultur in Lucanas weiter: in den kunstvoll gewebten Textilien, den farbenfrohen Tänzen und den jahrhundertealten Festen, bei denen christliche und andine Traditionen verschmelzen. Besonders eindrucksvoll sind die Feierlichkeiten in Andamarca oder die historischen Kirchen wie die Iglesia Matriz de Santa Ana in Huaycahuacho.
Naturwunder zwischen Puna und Hochanden
- Reserva Nacional Pampa Galeras Bárbara D’Achille – bekannt für ihre große Vicuña-Population, die in freier Wildbahn geschützt wird.
- Aguas Turquesas de Millpu – eine verborgene Oase aus türkisfarbenen Naturpools, eingerahmt von Felsformationen bei Circamarca.
- Felsmalereien von Paqare Machay – uralte „quilcas“ (Felsbilder) mit Darstellungen von Menschen und Kameloiden.
- Puya Raimondii – die größte Bromelie der Welt, die in Höhenlagen über 3.800 m wächst und bis zu 10 Meter hoch werden kann.
Traditionen und heutiges Leben
Das heutige Lucanas ist stark von Viehzucht (Alpakas, Lamas, Schafe) und Landwirtschaft (Kartoffeln, Quinoa, Mais) geprägt. Märkte voller bunter Waren, Webereien und Dorffeste erzählen von einer Region, die trotz Modernisierung ihre kulturellen Wurzeln bewahrt. Besucher erleben hier ein Peru, das abseits bekannter Touristenziele liegt – authentisch, herzlich und voller Entdeckungen.
Fazit – Lucanas entdecken
Wer Lucanas besucht, taucht tief in die Seele der Anden ein: eine Region, in der Naturwunder, Archäologie und lebendige Traditionen Hand in Hand gehen. Von Puquio über das Schutzgebiet Pampa Galeras bis zu den geheimnisvollen Felsmalereien von Paqare Machay – die Provinz Lucanas ist ein Schatz, der darauf wartet, entdeckt zu werden.
Titelbild: Fremepa
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