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Nekropole von Malkoamaya bei Pomata

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Nekropole von Malkoamaya bei Pomata

Chullpa-Friedhof der Lupaka-Häuptlinge am Titicacasee

Die Nekropole von Malkoamaya ist eine weitläufige archäologische Stätte nahe Pomata, an den Ufern des Titicacasees. Über das Gelände verteilt finden sich zahlreiche Chullpas – traditionelle Grabtürme und -strukturen –, von denen einige heute nur noch als Erdhügel erkennbar sind. Der Name Malkoamaya bedeutet „Gräber der Häuptlinge“ und verweist auf die Bedeutung des Ortes als Bestattungsplatz lokaler Eliten in vorkolonialer Zeit.

Die Nekropole zieht sich bis fast an das Seeufer hinunter und verbindet auf eindrucksvolle Weise Kulturlandschaft, Seepanorama und hochandine Vegetation. Sie ist ein idealer Ort für Besucher, die Archäologie, Naturbeobachtung und andine Spiritualität kombinieren möchten.

Chullpas und Grabarchitektur von Malkoamaya

In Malkoamaya ist eine bemerkenswerte Vielfalt an Chullpa-Typen erhalten, die verschiedene Bauweisen und Funktionen andiner Grabarchitektur widerspiegeln.

Unregelmäßige Steintürme

Ein Teil der Chullpas besteht aus unregelmäßig behauenen Steinen, die mit Lehmmörtel gesetzt wurden. Ihre Formen sind oft schlichter und teilweise stark verwittert – dennoch vermitteln sie einen Eindruck der ursprünglichen Monumentalität des Friedhofs.

Rechteckige, längliche Chullpas

Daneben gibt es rechteckige, längliche Chullpas mit abgerundeten Ecken:

  • Die Mauern sind aus Steinen mit Lehmmörtel errichtet.
  • Die abgerundeten Ecken geben den Bauten eine weiche Silhouette, die sich harmonisch in die Hügellandschaft einfügt.

Runde und quadratische Chullpas mit Ostöffnung

Besonders charakteristisch sind Chullpas mit trapezförmigen Eingängen, die nach Osten orientiert sind – ein Hinweis auf die Bedeutung von Sonne, Licht und kosmischer Ordnung in der andinen Welt.

  • Runde Chullpas:
    • Grundriss: kreisförmig
    • Türöffnung: trapezförmig nach Osten
    • Höhe: etwa 1,80 m
    • Mauerstärke: ca. 40 cm
  • Quadratische Chullpas:
    • Grundriss: quadratisch
    • Türöffnung: ebenfalls trapezförmig nach Osten
    • Höhe: zwischen etwa 2,80 m und 4,10 m
    • Oberfläche: Mauern mit einer dicken Schicht aus Lehm und Stroh überzogen, die als Putz und Schutzschicht diente.

Diese Vielfalt zeigt, dass Malkoamaya über lange Zeit genutzt wurde und unterschiedliche Konstruktionsweisen und Bestattungstraditionen der Lupaka-Region vereint.

Landschaft und Blick auf den Titicacasee

Die Nekropole von Malkoamaya liegt in einer eindrucksvollen Hochlandlandschaft, die von der Nähe des Titicacasees geprägt ist.

Flora des Altiplano

Rund um die Chullpas wächst typische Vegetation der Region Puno:

  • Kantuta – die Nationalblume Perus und Boliviens, mit leuchtenden Glockenblüten.
  • Panti panti – lokale Andenpflanzen, die Hänge und Wegränder säumen.
  • Muña – aromatisches Kraut, das als Tee verwendet und für seine verdauungsfördernde Wirkung geschätzt wird.
  • Pajonales – Hochlandgrasbestände, die dem Gelände seine charakteristische Textur verleihen.
  • Sträucher und Bäume wie Eukalypten und Kolles (einheimische Baumarten).

Panorama: Cordillera Real und Cerro Khapia

Von der Nekropole aus öffnet sich der Blick auf eine beeindruckende Berg- und Seelandschaft:

  • die Cordillera Real in Bolivien mit ihren oft schneebedeckten Gipfeln,
  • den markanten Vulkan Cerro Khapia, einen heiligen Berg der Region,
  • terrassierte Hänge (Andenes), die bis in die Zeit der Lupaka zurückreichen und die jahrhundertealte landwirtschaftliche Nutzung dokumentieren.

Vogelbeobachtung am See

Die Nähe zum Titicacasee macht Malkoamaya zu einem attraktiven Ort für Birdwatching. Mit etwas Geduld lassen sich unter anderem beobachten:

  • Andengmöwen,
  • Andenflamingos,
  • Andenente (pato andino),
  • Chocas,
  • schwarze Ibisse (bandurrias negras),
  • Adler und Turmfalken (cernícalos),
  • Jakacllos (lokale Vogelarten) und Schwalben.

Rituale und andine Spiritualität

Malkoamaya ist nicht nur ein archäologischer Ort, sondern auch ein lebendiger Ritualraum. In der Gegend werden mystische und traditionelle Zeremonien abgehalten, die tief in der andinen und aymarischen Weltanschauung verankert sind. Dazu gehören:

  • Opfergaben an die Pachamama und die Ahnen,
  • Rituale zur Bitte um Fruchtbarkeit, Schutz und Ausgleich,
  • Feuer- und Rauchrituale, die die Verbindung zwischen Menschen, Landschaft und Geistern herstellen sollen.

Besucher sollten diesen Ort mit Respekt und Umsicht betreten und lokale Gepflogenheiten achten, insbesondere wenn Zeremonien stattfinden.

Lage und Anreise zur Nekropole von Malkoamaya

Route über Puno und Lampa Grande

Malkoamaya liegt im ländlichen Umland von Pomata und ist über Puno gut erreichbar.

  • Puno – Abzweig Lampa Grande: Vom Terminal Terrestre Zonal de Puno fahren öffentliche Minibusse oder Privatfahrzeuge auf asphaltierten Straßen etwa 111 km bis zur Abzweigung zur Gemeinde Lampa Grande (ca. 2 Stunden, rund 5 km vor dem Centro Poblado Buena Vista Chaca Chaca).

Zu Fuß oder mit Fahrzeug nach Lampa Grande

  • Mit öffentlichen Verkehrsmitteln: Von der Abzweigung geht es zu Fuß auf einer befahrbaren Piste (trocha carrozable) etwa 3,3 km bis zur bäuerlichen Gemeinde Lampa Grande mit der dortigen Schule. Gehzeit etwa 1 Stunde.
  • Mit Privatfahrzeug: Die gleiche Strecke kann in etwa 20 Minuten auf der Piste zurückgelegt werden.

Letzter Abschnitt zur Nekropole

  • Von der Gemeinde Lampa Grande führt ein kurzer Fußweg von rund 150 m auf einem einfachen Pfad (sendero) zur Hauptzone der Nekropole von Malkoamaya.
  • Die Gehzeit beträgt etwa 5 Minuten.

Festes Schuhwerk ist empfehlenswert, da das Gelände uneben und stellenweise steinig sein kann.

Beste Reisezeit und Besuchszeiten

Die Nekropole von Malkoamaya kann das ganze Jahr über besucht werden:

  • Besuchszeitraum: ganzjährig
  • Empfohlene Tageszeit: etwa 06:00 – 16:00 Uhr

Die frühen Morgenstunden und der späte Vormittag bieten meist das beste Licht für Landschafts- und Architekturfotografie sowie klare Sicht auf See und Berge.

Aktivitäten für Besucher

Malkoamaya eignet sich hervorragend für eine Kombination aus Kultur- und Naturerlebnis:

  • Beobachtung der Flora – typische Hochlandpflanzen wie Kantuta, Muña und Pajonales.
  • Landschaftsbeobachtung – Panoramablicke über Titicacasee, Cordillera Real, Cerro Khapia und jahrhundertealte Terrassenlandschaft.
  • Vogelbeobachtung – Andengmöwen, Flamingos, Enten, Ibisse, Greifvögel und Schwalben.
  • Rituale und Spiritualität – vorsichtige Teilnahme oder respektvolle Beobachtung traditioneller Zeremonien der andinen und aymarischen Kultur.
  • Fotografie und Film – Chullpas, See, Berge und Rituale bilden eine eindrucksvolle Kulisse.

Wer die Nekropole von Malkoamaya besucht, erlebt einen Ort, an dem sich die Geschichte der Lupaka, die Kraft des Titicacasees und die heutige andine Spiritualität zu einem außergewöhnlichen Gesamtbild verbinden.

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