Gelbfieber

Gelbfieber Mücke Aedes Aegypti

Niemand will im Urlaub erkranken und schon gar nicht mit einer exotischen Krankheit, die in Europa nicht vorkommt. Damit Sie sich schützen können und wissen worauf Sie achten sollten haben wir hier alles über das Gelbfieber Virus zusammengestellt.

Gelbfieber: Übertragung, Symptome und Vorbeugung

Bei Gelbfieber handelt es sich um eine Viruserkrankung, die Moskitos in tropischen und subtropischen Gebieten übertragen. Die Bezeichnung geht auf die gelblich verfärbte Haut zurück, die manche Erkrankte entwickeln. Auch in Peru gibt es Gebiete, in denen das Gelbfiebervirus vorkommt. Daher sollten Sie sich rechtzeitig vor der Einreise in bestimmte Gebiete durch eine Impfung schützen. Gelbfieber hat viele Namen, zum Beispiel Ochropyra, Schwarzes Erbrechen oder Siamesische Krankheit. Im spanischen Sprachraum ist es als Fiebre Amarilla bekannt, die englische Bezeichnung lautet Yellow Fever.

Übertragung von Gelbfieber durch Moskitos

Nur Stechmücken übertragen das Virus, vor allem die Gattungen Aedes, Sabethes und Haemagogus. Besonders gefürchtet ist die Gelbfiebermücke (Stegomyia aegypti), auch bekannt als Ägyptische Tigermücke. Die tagaktiven Moskitos sind auf besondere Lebensräume und Übertragungswege spezialisiert. Waldmoskitos übertragen das Fieber von Primaten auf Menschen, hausnah lebende Moskitos sorgen für indirekte Mensch-zu-Mensch-Übertragungen. Direkte Übertragungen von Mensch zu Mensch oder Affe zu Mensch sind nicht möglich. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) erkranken jährlich rund 200.000 Menschen an Gelbfieber, die meisten Neuinfektionen (etwa 9 von 10) betreffen Afrika.

Symptome und Krankheitsverlauf

Gelbfieber äußert sich in Symptomen, die drei bis sechs Tage nach dem infektiösen Stich auftreten. Folgende Symptome sind möglich:

– plötzliches Fieber über 39 °C
– Schüttelfrost
– Schmerzen (Kopf, Muskeln, Bauch, Rücken)
– Appetitlosigkeit
– Übelkeit und Erbrechen

Ist der Krankheitsverlauf mild, lassen die Symptome nach drei bis vier Tagen nach. In 15 Prozent der Fälle kommt es nach einer scheinbar gesunden Phase zu einem zweiten Schub mit schwereren Symptomen:

– Gelbsucht
– Leberentzündung
– erhöhte Blutungsneigung von Haut und Organen
– blutiges Erbrechen und Stuhlgang
– ggf. Tod

Die Krankheit verläuft in 6.000 Fällen pro Jahr tödlich. Ein hochwertiger Schutz durch eine Impfung ist daher die wichtigste Vorsorgemaßnahme. Wer einmal Gelbfieber durchlebt hat, ist für den Rest seines Lebens immun.

Diagnose von Gelbfieber

Ärzte diagnostizieren die Erkrankung meist durch ein Patientengespräch. Manchmal führen sie zusätzlich eine Blutuntersuchung durch, um zu prüfen, ob ein Patient ansteckend ist. Das ist etwa sechs bis zehn Tage nach der Infektion möglich. Ein diagnostisches Hilfsmittel bei Patienten, die nicht oder noch nicht am Symptom Gelbsucht leiden, heißt „Spanische Flagge“. Dazu streicht der Arzt mit einem Fingernagel über die Haut des Betroffenen. Bildet sich dort ein gelber Strich, der von zwei roten Strichen umgeben ist (Farben der Nationalflagge Spaniens), liegt eine Infektion mit Gelbfieber vor.

So wird die Infektion behandelt

Das Virus an sich lässt sich nicht behandeln – weder durch Medikamente noch durch Therapien. Jedoch können einzelne Symptome medikamentös gelindert werden. Zur Schmerzbehandlung kommt zum Beispiel Paracetamol zum Einsatz. Um den Patienten zu überwachen, ist eine Einweisung ins Krankenhaus erforderlich, in schweren Fällen kommen Infizierte auf eine Intensivstation.

Vorbeugende Impfung gegen Gelbfieber

Lassen Sie sich unbedingt impfen, bevor Sie in ein Gelbfieber-Gebiet reisen! Bei manchen Reisezielen ist die Impfung sogar vorgeschrieben. Beim Impfen wird Ihnen ein lebender Impfstoff injiziert. Das heißt, dass Ihr Immunsystem mit abgeschwächten Erregern zur Bildung geeigneter Antikörper angeregt wird. Die Impfschutzrate ist mit fast 100 Prozent extrem hoch. Der zusätzliche Einsatz von Moskitonetzen und einem Repellent ist dennoch sinnvoll.

Nicht für jeden ist die Impfung möglich

Manche Personen sind von der Gelbfieber-Impfung ausgeschlossen. Da der Impfstoff auf angebrüteten Hühnereiern vermehrt wird und Spuren von Hühnereiweiß enthalten kann, sind alle Hühnereiweißallergiker ausgeschlossen. Außerdem werden weder Schwangere noch Menschen mit Immundefekten gegen Gelbfieber geimpft.

Richtiger Zeitpunkt und Ort für die Gelbfieberimpfung

Lassen Sie sich spätestens zehn Tage vor Ihrer Einreise in ein Gelbfiebergebiet impfen. Da es sich um einen sehr empfindlichen Impfstoff handelt, der nur unter optimalen Bedingungen wie gewünscht wirkt, müssen Sie sich zu einem autorisierten Impfarzt oder zu einer zugelassenen Gelbfieberimpfstelle begeben. In Deutschland finden Sie zahlreiche Anlaufstellen, zum Beispiel über das Tropeninstitut.

Wie lange hält eine Gelbfieberimpfung?

Einmal gegen Gelbfieber geimpft, sind Sie ein Leben lang immun. Sie müssen die Impfung also nicht nach einem bestimmten Zeitraum auffrischen lassen. Eine Ausnahme besteht nur, wenn Sie sich parallel zur Gelbfieberimpfung gegen Masern impfen lassen. In dem Fall informieren Sie sich möglichst bei Ihrem Impfarzt über den Zeitpunkt der Auffrischung. Manche Länder fordern trotz lebenslangem Impfschutz, dass die Impfung gegen Gelbfieber bei der Einreise nicht länger als zehn Jahre zurückliegt.

Risiken und Nebenwirkungen einer Impfung

In der Regel treten keine Schwierigkeiten bei einer Gelbfieberimpfung auf, sofern Hühnereiweißallergiker, Schwangere und Patienten mit Immundefekt ungeimpft bleiben. Gelegentlich treten ansonsten Rötungen der Haut, Schwellungen und grippeähnliche Symptome auf. Selten kommt es zu sogenannten neurologischen Impfreaktionen, das heißt zu einer Gehirnhautentzündung.

Wissenswertes zu Gelbfieber in Peru

Die Gelbfieber übertragenden Stechmücken-Gattungen Aedes, Sabethes und Haemagogus sind auch in Südamerika heimisch. Laut dem Tropeninstitut ist Peru eines von 13 mittel- und südamerikanischen Ländern, in denen Sie sich mit der Krankheit infizieren können. Besonders hoch ist das Risiko im Norden und Nordosten. Als peruanische Risikogebiete für Gelbfieber gelten:

RegionLoreto
– Region Madre de Dios
Region San Martín
– Region Ucayali
Region Amazonas
– Region Dschungel von Junín
– Region Ayacucho
Region Cajamarca
Region Cusco
– Region Pasco
– Region Puno
– Region Huánuco
– Region Huancavelica

Das peruanische Gesundheitsministerium weist darauf hin, dass die Impfung gegen Gelbfieber obligatorisch ist und zehn Tage vor Einreise erfolgen muss. In Gelbfieber-Gebieten müssen Sie die Impfung mittels Eintrag im mitgeführten Impfpass nachweisen können.

Gelbfieber in Peru: Empfehlungen des Auswärtigen Amtes

Das Auswärtige Amt gibt an, dass ein Impfnachweis für Gelbfieber in Peru derzeit nicht vorgeschrieben ist. Jedoch empfiehlt es die Impfung dringend für alle Einreisenden ab dem vollendeten neunten Lebensmonat. Als Gelbfiebergebiete weist die Organisation das gesamte Amazonasgebiet Perus sowie die Gebiete östlich der Anden unterhalb von 2.300 Metern aus. Möchten Sie von Peru aus in ein Drittland einreisen, kann ein Gelbfieber-Impfnachweis erforderlich sein. Weitere Informationen

Andere Quellen wie das peruanische Gesundheitsministerium berichten, dass die Impfung in Peru nachweisbar sein muss. Daher raten wir Ihnen, den Nachweis stets bei sich zu tragen.

Departamentos in Peru mit Infektionen in den Jahren von 2013 bis 2018*

In den nachstehenden Departamentos (entpricht einem Bundesland in Deutschland) wurden im Zeitraum von 2013 bis 2018 Fälle von Gelbfieber registriert. Alle anderen Regionen sind Gelbfieberfrei. Die peruanische Gesundheitsbehörde meldete 2019 für diese Regionen eine höhere Wahrscheinlichkeit sich mit Gelbfieber zu infizieren: Loreto, Madre de Dios, San Martín, Ucayali, Amazonas und Dschungelgebiete von Junín, Ayacucho, Cajamarca, Cusco, Pasco, Puno, Huánuco und Huancavelica. Aktuelle Information der Gesundheitsbehörde.

201320142015201620172018*
Ucayali31
1201
Amazonas0 0 0 30 0
Ayacucho20 0 330
Cusco001110
Huanuco0 21310
Junin3244360
Loreto2130 10
Madre de Dios1110 0 0
Pasco10 0 100
Puno41000 0
San Martin765200
Quelle: Centro Nacional de Epidemiologia, Prevención y Control de Enfermedades
*2018: Für das Jahr 2018 sind die Daten noch unvollständig.

Karte der Risikogebiete 2017

Die Daten beruhen auf der Ebene der Distrikte (Landkreise) und zeigen die Gebiete aus dem Jahr 2017. Für 2018 liegen die Erhebungen noch nicht vor. Tendenziel ist jedoch eher mit einem Sinken der Vorfälle zu rechnen. Die peruanischen Behörden sind sehr aktiv in der Aufklärung und stellen eine Vielzahl an Infomaterialien zur Verfügung.

Karte Gelbfieber Gebiete in Peru

Häufigkeit von Infektionsfällen in den Jahren von 2000 bis 2018

Tabelle Gelbfiebervorkommen

Quelle: Ministerio de Salud Peru (Gesundheitsministerium) *2018: Für das Jahr 2018 sind die Daten noch unvollständig.

Mücken als Überträger

Die Mücken (Mosquitos) Haemagogus und Sabethes kommen aus der Familie der Culicidae und sind als Überträger in Südamerika bekannt. Aedes Aegypti  und Aedes Ochlerotatus gehören zur gleichen Familie sind jedoch nur auf dem afrikanischen Kontinent verbreitet.

Haemagogus Mücke Gelbfieber Überträger

Haemagogus Bild: pixabay.com

Sabethes chloropterus Mücke

Sabethes chloropterus Bild: Fabio Costa

Aedes aegypti Mücke - Überträger des Gelbfiebervirus

Aedes aegypti Bild: US-Gesundheitsministerium

Aedes Ochlerotatus Mücke - Gelbfieber - schwarzes Erbrechen Überträger

Aedes Ochlerotatus Bild: US-Agrarministerium

Hier erhalten Sie eine Schutzimpfung in Peru

  • Hospital Arzobispo Loayza
  • Hospital Cayetano Heredia
  • Hospital Santa Rosa
  • Hospital Dos de Mayo
  • Hospital Hipólito Unanue
  • Hospital María Auxiliadora
  • Hospital San Juan de Lurigancho
  • Hospital de Huaycán
  • Hospital de Emergencias Pediátricas
  • Instituto Nacional de Salud el Niño – Breña
  • Av. Alfonso Ugarte N° 848 – Cercado
  • Av. Honorio Delgado N° 262 Urb. Ingeniería – San Martín de Porres
  • Av. Bolívar Cdra. 8 S/N – Pueblo Libre
  • Parque „Historia de la Medicina Peruana“ S/N Alt. Cdra. 13 Av. Grau – Cercado
  • Av. César Vallejo 1390 – El Agustino
  • Av. Miguel Iglesias N° 968 – San Juan de Miraflores
  • Av. Canto Grande S/N Alt. Pdro 11 San Juan de Lurigancho
  • Av. J.C. Mariátegui S/N Zona „B“ Huaycán – Ate
  • Av. Grau 854, La Victoria, Lima – Perú.
  • Av Brasil N° 600 – Jesús María

Videos: Schutz und Aufklärung

In der Playliste sind deutschsprachige und spanische Videos zum Thema vorhanden. Eine sehr ausführliche Dokumentation über Seuchen ist in der BR Mediathek zu finden.

Videos zum Schutz gegen Gelbfieber