Das Mausoleo de Revash : Wenn die Toten über das Tal wachen

Mausoleo de Revash: Erstaunlicher Anblick am Berghang

Der Osten Perus ist von dichtem Regenwald bedeckt. Das hat seinen Grund, denn ein berühmter Fluss fließt im Norden durch das Land: der Amazonas. Ein Department Perus wurde nach ihm genannt. Dort findet sich eine seltene und schöne Sehenswürdigkeit: Das Mausoleo de Revash. Die Nekropole stammt aus der Chachapoyas-Kultur und wurde zwischen 1100 und 1300 als Begräbnisort genutzt.

Das Mausoleo wurde mitten in eine Felswand gebaut und zieht sich in einer Linie durch sie hindurch. Über den bis zu drei Stockwerke hohen Fassaden, die mit ihren Dächern wie kleine gemauerte Häuschen wirken, steigt die Wand steil auf, unter ihnen fällt sie ab. Die Farben, mit denen das Mausoleum bemalt wurde, sind zum großen Teil noch immer erhalten: Creme und gedecktes Rot. Auffällig sind die dekorativen Zeichnungen in Form tierischer und menschlicher Motive, Kreise und anderer Symbole an den Felswänden. Zudem sind Verzierungen in T- und Kreuzformen in die Wände integriert.

Obwohl die Chachapoyas eine relativ späte Kultur in Peru waren, wurden sie nicht von den Inkas beeinflusst. Das mag an der abgeschiedenen Lage des Wirkungsraums dieser Kultur liegen. Allerdings eroberten die Inkas dieses Gebiet dann doch und unterwarfen die Chachapoyas 1475. Entdeckt wurde das Mausoleum im letzten Jahrhundert, als ein Forscher in diese abgelegene Gegend kam. Weitere Stätten der Chachapoyas entdeckte man erst vor wenigen Jahren. Damit gehören sie zu den Neuentdeckungen der Zeugnisse alter Kulturen in Peru.

Eine Wanderung gefällig?

Das Mausoleum ist nicht einfach zu erreichen. Der Besucher muss eine zweistündige Wanderung den Berg hinauf auf sich nehmen, bevor er es aus der Nähe sehen darf. Das ist nicht immer einfach: Der Pfad ist zu Beginn gepflastert, gegen Ende besteht er nur noch aus Erde. Besonders in der Regenzeit ist der schlammige Pfad eine Herausforderung, doch besitzt die in Nebel gehüllte Umgebung dann eine ganz eigene Atmosphäre.

In der Trockenzeit dagegen mischt sich zwischen das Grün viel Gelb von vertrockneten Gräsern, der Pfad ist dann gut begehbar. Der Weg führt durch üppige Vegetation, immer wieder öffnet sich ein Blick über das Tal und die dahinter liegenden Berge. Teilweise sind bewohnte Häuser am Pfad zu finden. Die Einheimischen empfehlen, den Weg per Pferd zurückzulegen, es ist das häufigste und effektivste Transportmittel in diesem Gebiet. Die Strecke lässt sich zu Pferd etwas schneller bewältigen als zu Fuß, zudem ist es ein ganz besonderes, ursprüngliches Erlebnis.

Das Betreten des Innern des Mausoleums ist verboten, doch lassen sich während des Aufstiegs die Außenwände betrachten, sie tauchen immer wieder zwischen den Bäumen auf. Am besten bringen Sie ein Fernglas mit, denn näher als 100 Meter kommt man nicht heran, das Gelände steht unter Schutz. Möglicher Ausgangspunkt sind die Dörfer Leymebamba und San Bartolo, die selbst einen Besuch wert sind.

Die Bedeutung des Mausoleo de Revash

Der Berg, in dem sich das Mausoleum befindet, wurde von den Chachapoyas als heilig verehrt. Deshalb ist die Lage des Mausoleums kein Zufall. Der Blick über das Tal hatte für die Chachapoyas eine besondere Bedeutung, es wurden an diesem Ort nur auserwählte, mächtige Personen beigesetzt. Die Fassaden, die von außen zu sehen sind, bilden nur einen kleinen Teil des Komplexes: In der Höhle im Berginnern formen die Gräber kleine „Dörfer“, es waren kollektive Gräber. Bei Untersuchungen fand man in den Gräbern Federn, Halsschmuck, Keramiken und Knochen, die den Toten als Beigabe mit ins Grab gelegt wurden. Betreten konnten die Menschen damals die Innenräume nur durch Seiteneingänge, die Fassaden weisen keine Türöffnungen auf.

Mausoleo de Revash

Provinz Chachapoyas
Distrikt Leymebamba
Departamento: Amazonas
Municipalidad