Der Palast des Erzbischofs in Lima

Limas wichtigste kirchliche Institution

An der Ostseite der Plaza Mayor thront eines der wichtigsten Bauwerke Limas – die Kathedrale. Direkt daneben, geradezu mit ihr verwachsen, befindet sich der Palast des Erzbischofs. Die Kathedrale gehört als Institution zu den ältesten Limas, es heißt, der Stadtgründer Francisco Pizarro habe am 18. Januar 1535 den ersten Stein selbst auf seinen Schultern herbeigetragen.

Eine symbolische Handlung, denn damit wurde nicht nur der Katholizismus in Peru mit einem physischen Bau gefestigt, sondern gleichzeitig der Hauptplatz als ideelles Zentrum der Stadt festgelegt – im gleichen Jahr erfolgte der Bau des Regierungspalastes, weitere wichtige Bauten folgten.

Lima wurde 1541 zum Erzbistum erhoben. Der erste Bischofspalast befand sich jedoch nicht bei der Kirche, sondern am anderen Ende der Plaza Mayor. Neben der Kirche waren eine Polizeistation und das erste Gefängnis der Stadt untergebracht.

Das aktuelle Gebäude des erzbischöflichen Palasts stammt aus dem Jahre 1924. An dem Bau lassen sich die Bemühungen erkennen, Limas historisches Zentrum architektonisch homogen erscheinen zu lassen. Diese Homogenität drückt sich darin aus, dass die Gebäude mehrere Epochenstile in sich vereinen. Grund dafür sind die Erdbeben, die Lima seit der Gründung wiederholt heimsuchten. Die beschädigten Gebäude wurden anschließend im Stil der jeweiligen Zeit restauriert. Der Palast des Erzbischofs, obwohl neueren Datums, führt diese Tradition, wenn man das so nennen kann, absichtlich fort.

Die neokoloniale Fassade des Bischofspalasts

Die Fassade des Bischofspalast besteht, anders als die der Kathedrale, aus Granit. Damit hebt er sich deutlich von dieser ab. Die massive Granitwand ist von verschiedenen Stilelementen durchbrochen. Zwei Fensterreihen mit verzierten Einfassungen befinden sich über und unter hölzernen Balkonen, die typisch für die Architektur des 17. und 18. Jahrhunderts waren.

Die Tradition der bessergestellten Gesellschaft, einen hölzernen Vorbau am Haus anzubringen, aus dem heraus die Bewohner vor zudringlichen Blicken und dem Wetter geschützt das Treiben auf der Straße beobachten konnten, stammte ursprünglich von den Mauren, kam so nach Andalusien und später nach Peru.

Die Balkone am Palast des Erzbischofs gehören mit ihren kunstvollen Schnitzereien und filigranen Fenstergittern zu den sehenswertesten in Lima. Flankiert werden sie von auffälligen barocken Portalen, die sich über den Eingängen erheben. Sie können also sehen, wie am Palast des Erzbischofs verschiedene Elemente dazu führen, dass das Gebäude sich perfekt in die Umgebung einfügt.

Das Interieur: Bischöfliche Amtsräume und Museum

Sollten Sie sich für mehr als nur die äußere Gestalt des Bischofspalastes interessieren, ist ein Besuch des Museums im Palast zu empfehlen. Die Räumlichkeiten des Palasts sind mit barocken Ornamenten verziert. Breite Marmortreppen führen aus der Eingangshalle ins Obergeschoss zu einer Kapelle mit goldverziertem Altar.

Beleuchtet werden Treppe und Obergeschoss bei Tag durch ein Buntglasfenster in der Decke. Weiter besitzt das Museum eine umfangreiche Sammlung an Gemälden, Skulpturen und liturgischen Gewändern. Die einzelnen Räume, die der Bischof teilweise für die Ausübung seines Amtes nutzt, sind mit antiken Möbeln unterschiedlicher Epochen eingerichtet. Wie Sie bei einem Besuch selbst sehen werden, ist der Palast nicht nur Zeugnis der Vergangenheit Limas, er spiegelt auch den Status des Bischofs in Lima wider.