Die Kathedrale von Lima: Zeugnis der spanischen Kolonialisierung Perus

Im historischen Zentrum von Lima, an der Plaza Mayor (Plaza de Armas), liegt die Kathedrale. Der gedrungene Bau nimmt zusammen mit dem Palast des Erzbischofs eine ganze Seite des Hauptplatzes ein.

Da die Kathedrale im Laufe der Jahrhunderte immer wieder von Erdbeben zerstört und wieder aufgebaut wurde, sind heute unterschiedliche Baustile sichtbar. Doch nicht nur die Zerstörung war der Grund für wiederholte Baumaßnahmen. Die Kirche war als Kathedrale in ihrer ersten Form einfach nicht stattlich genug. Die erste Version war ein recht einfaches Bauwerk aus Lehmziegeln.

Nur etwa dreißig Jahre nach ihrer Gründung sollte die Kathedrale von Sevilla als Vorbild für einen neuen Bau dienen. Heute ist die Fassade der Kathedrale in Lima dem typischen barocken Kolonialstil zuzuordnen, während die beiden Türme im neoklassizistischen Stil erneuert wurden. Nach dem Erdbeben 1746 wurde im Zuge der Renovierung im Stil des Neoklassizismus ein Großteil der barocken Dekoration im Innern entfernt. Die Kathedrale ist seit 1991 UNESCO-Weltkulturerbe.

Sehenswürdigkeiten im Innern

Die Kathedrale von Lima besitzt in ihrer heutigen Form ein Hauptschiff mit zwei Seitenschiffen, die von je sieben Kapellen gesäumt sind. Die Altäre, die sich in den Kapellen befinden, stammen aus unterschiedlichen Epochen.

In den Kapellen sind Gemälde und Statuen, zum Beispiel der Heiligen Familie, zu sehen. In der alten Sakristei und daran anschließenden Räumen befindet sich das Museum für religiöse Kunst.

Sehenswert ist der komplett vergoldete Hauptaltar, sowie das geschnitzte und reich verzierte Chorgestühl im Rokoko-Stil. Die Kirche ist die Grabstätte verschiedener Persönlichkeiten, die in Perus Geschichte seit der Kolonialisierung eine Rolle spielten.

Pizarros Grab in der Kathedrale von Lima

Die wohl größte Attraktion der Kathedrale von Lima ist das Grab Francisco Pizarros, des spanischen Conquistadors, der das Inka-Reich eroberte. Am 18. Januar 1535 gründete er die Stadt Lima an einer Stelle, an der sich eine Eingeborenensiedlung befand. Am selben Tag trug er selbst den ersten Stein für die Kathedrale auf seinen Schultern herbei.

Dieses Ereignis ist ein gutes Beispiel dafür, wie wichtig die Religion, und wie eine Stadtgründung gleichbedeutend mit dem Bau einer Kirche war. Nahe am Haupteingang befindet sich die mit Mosaiken geschmückte Grabkapelle Pizarros.

Dabei gab es bezüglich der Authentizität der Knochen Verwirrung, als Arbeiter 1977 beim Säubern einer Gruft mehrere Skelette und eine Bleikiste mit Inschrift fanden, die einen Schädel beinhaltete. Die Inschrift besagte, dies sei Pizarros Schädel. Bei Untersuchungen fand man heraus, dass jahrelang ein falsches Skelett als das Pizarros ausgestellt war. Heute sind Bleikiste, Körper und Schädel vereint.

Lage und Öffnungszeiten

Die Kirche ist durch ihre Lage im Zentrum einfach zu erreichen. Für Besucher geöffnet ist sie Montag bis Samstag 09:00-17:00. Das Museum im hinteren Teil hat Montag bis Freitag dieselben Öffnungszeiten wie die Kathedrale, Samstag 10:00-13:00.

An Sonn- und Feiertagen ist die Kathedrale für Besucher geschlossen. Samstags (09:00 Uhr) und sonntags (11:00 Uhr) findet die Messe statt, ein Besuch kann sich durchaus lohnen.

Der Eintritt in die Kirche ist für Besucher frei, für das Museum wird jedoch Eintritt verlangt: 10 Soles, umgerechnet 2,50 EUR für Erwachsene, 2 Soles, also 0,50 EUR für Kinder.

Kathedrale Lima

  • Adresse: Jirón Carabaya, Cercado de Lima 15001, Peru
  • Erbaut: 1535 – 1540
  • Telefon: +51 1 4279647
  • Zugehörigkeit: Römisch-katholische Kirche
  • Baustile: Gotische Architektur, Architektur der Renaissance, Neoklassizistische Architektur
  • Architekt: Francisco Becerra
  • Municipalidad