La Fortalezza de Collique und ihre berühmte Nordmauer

Die alte Kultur der Colli in Lima

Im Gebiet des heutigen Lima lebte einst eine Kultur, die man heute fast vergessen hat: die Colli. Doch ein großes Überbleibsel ist noch vorhanden: die Festung Fortalezza de Collique. Sie war der letzte Zufluchtsort der Colli als die Inkas im 15. Jahrhundert kamen, um das Land zu erobern. Die Fortalezza de Collique befindet sich im Bezirk Comas im Nordosten Limas. Dieser Bezirk gehört sicher nicht zu den meistbesuchten Limas, Liebhaber der alten Kulturen sollten den Weg aber auf sich nehmen, um zu erfahren, was es mit dieser Festung auf sich hat.

La Fortalezza de Collique

Man vermutet, dass die Burg der Colli ein administratives und religiöses Zentrum dieser Kultur war, die Merkmale verschiedener Andenkulturen Perus aufweist. Ziemlich sicher ist auch, dass sich in der Festung die Herrscher der Kultur aufhielten, während das niedere Volk an den Berghängen lebte.

Die Fortalezza de Collique weist verschiedene Zonen auf. Eine war zeremoniellen Anlässen gewidmet. Eine weitere Zone war der Wohnbereich, eine dritte wiederum war zeremonieller Ort und mit der erstgenannten zeremoniellen Zone durch eine Treppe verbunden.

Eine Verteidigungsanlage wies die Festung natürlich auch auf, ebenso wie einen Friedhof. Im Gegensatz zu anderen präkolumbianischen Städten, die aus Lehmziegeln errichtet wurden, wurde die Fortalezza de Collique hauptsächlich aus Stein erbaut.

Die Nordwand: Muralla de Tungasuca

Die Nordmauer der Fortalezza de Collique hat als Muralla de Tungasuca Bekanntheit erlangt. Das hat vor allem damit zu tun, dass man auf Luftaufnahmen aus den 1940er Jahren entdeckte, dass die Mauer einst viel höher war, als die Reste heute zeigen.

Man nimmt sogar an, dass die Mauer so lang war, dass sie bis an die Küste reichte, an den heutigen Strand Oquendo. Der dramatische Schwund rief den Wunsch hervor, die Überreste der Colli-Kultur, die ab 1100 n. Chr. im Tal des Flusses Chillón herrschten, zu schützen und bekannt zu machen. Grund für die Vernachlässigung des archäologisch wertvollen Ortes war das ständige Wachstum Limas.

Gerade in den Randbezirken wurde die Zuwanderung schlecht kontrolliert, die Stätten der frühen Völker verschwanden, weil sie den neuen Siedlern kostenloses Baumaterial lieferten. Noch ist die Erforschung der Colli nicht abgeschlossen, verschiedene Historiker streiten sich gar über den Namen. Einer der Menschen, die sich intensiv mit dieser Kultur und ihren Überresten beschäftigt, ist Enrique Niquin Castillo, der selbst ein kleines Museum im Bezirk Comas eröffnet hat und verschiedene Fundstücke der Colli präsentiert.

An den Ausgrabungen, die an der Muralla de Tungasuca stattfinden, ist der Verein YIHDES beteiligt. So können die Besucher Limas damit rechnen, dass in der nächsten Zeit noch mehr Fakten über die Colli zu Tage treten und Lima (und vor allem der Bezirk Comas) damit um eine kulturelle Attraktion reicher wird.

La Fortalezza de Collique

Adresse:
Av. Tupac Amaru Ecke Sta. Cruz

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