Schauerlich und informativ: Das Museo de la Inquisición y del Congreso

Die Politik hat in Peru eine herausragende Stellung. Wie kann es auch anders sein – die gesamte Geschichte des Landes seit der Eroberung durch die Spanier im 16. Jahrhundert ist politisch geprägt. Im Museo del Congreso y de la Inquisición sind diese Spuren gesammelt und kondensiert.

Das Museum befindet sich in einem der ältesten Gebäude Limas. Der Bau mit seinem säulengeschmückten Portal stammt aus dem Jahre 1570 und liegt einige Blocks südöstlich der Plaza Mayor. Es diente über die Jahrhunderten mehreren Zwecken. Während nach der Eroberung Perus die Inquisition der katholischen Kirche, bis sie 1820 abgeschafft wurde, ihre Räumlichkeiten in dem Gebäude hatte, diente der Bau nach der Unabhängigkeitserklärung Perus von Spanien als Sitz des Kongresses und später des Senats. Das Museum bildet seit 1968 diese beiden Teile der Geschichte ab – in den originalen Räumlichkeiten. Das Museum ist sehr beliebt, es gehört zu den meistbesuchten Museen Limas. Erfahren Sie hier, warum.

Die Inquisition in Peru

Mit den spanischen Einwanderern kam die katholische Kirche nach Peru. Und mit der katholischen Kirche die Inquisition. Die Ausstellung im Museum gibt einen Überblick über die Räume und die Organisation der Inquisition.

Die Besucher erfahren zum Beispiel Wissenswertes über die Haftbedingungen der Gefangenen. Während in den öffentlichen Zellen die Verpflegung recht gut war und auch Besuche erlaubt waren, mussten die Gefangenen der geheimen Zellen mit einem weniger hohen Standard vorliebnehmen. Dabei kam es natürlich auf die Schwere des Verbrechens an, das die Inquisition festlegte, die, wie man weiß, nicht immer gerecht vorging. Zu sehen ist auch eine Geheimkammer, die alle wichtigen Dokumente beherbergte, ein Verhörzimmer und ein Prozesszimmer. Höhepunkt des Ganzen ist die Folterkammer mit ihren verschiedenen Instrumenten. In allen Räumen werden in lebensgroßen nachgestellten Szenen die Abläufe der Inquisition gezeigt. Die Besucher können sich so ein gutes Bild davon machen, wie es vor Jahrhunderten in diesem Gebäude zuging.

Nach der Unabhängigkeit: Der Kongress von Peru

Nachdem Peru 1821 seine Unabhängigkeit von Spanien erlangt hatte, wurde 1822 ein Kongress mit verfassungsgebender Funktion gegründet. Die Räumlichkeiten im Obergeschoss des Museo de la Inquisición y del Congreso sind ganz diesem Geschichtsabschnitt gewidmet.

Die hellen Räume bieten einen Kontrast zur Düsternis der von der Inquisition genutzten Kammern. Besonders sehenswert ist das Sitzungszimmer des Senats mit seiner Decke im Rokokostil. Es ist einer der prächtigsten Räume des Palastes. Ein weiterer Raum stellt die Geschichte des Kongresses dar. Neben den Räumen, die direkt mit der Geschichte der Inquisition und des Kongresses verbunden sind, besitzt das Museum ein Zimmer, in dem Überreste eine Aquädukts aus der Zeit vor der Ankunft der Spanier gefunden wurde. Genauso erwähnt werden muss der Innenhof. Denn er ist ein Beispiel für die Kunst, die in allen repräsentativen Gebäuden anwesend war: Muster aus Sevillanischen Fliesen zieren die Wände und den Fußboden, in dessen Mitte sich ein Brunnen befindet.

Museo de la Inquisición y del Congreso

Adresse:
Plaza Bolivar, Jirón Junín, Cercado de Lima
Öffnungszeiten: Mo. – So. 09:00 – 17:00
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