Der Palacio de Gobierno del Perú in Lima

Der Palacio de Gobierno del Perú: Limas wichtigstes Geschichtssymbol

Der Regierungspalast in Lima existiert seit dem Jahr der Stadtgründung 1535 – allerdings in unterschiedlichen Formen. Er wurde auf einer Huaca errichtet, einem Heiligtum des Häuptling Taulichusco im Rímac-Tal. Dieses Tal war einer der wenigen Orte, die – der Bewässerungssysteme der indigenen Bevölkerung wegen – sehr fruchtbar und deshalb für eine größer angelegte Besiedelung geeignet waren. Im Laufe der Jahrhunderte wurde der Regierungspalast in der „Stadt der Könige“ immer wieder umgebaut. Das erste Gebäude, einen zweistöckigen Lehmziegelbau, errichtete der Stadtgründer Francisco Pizarro zuerst für sich selbst. Nachdem Peru 1542 zum Vizekönigreich wurde, bekam die „Casa de Pizarro“ ihren Status als Regierungspalast. Pizarros Wappen ziert noch heute das Hauptportal. Das heutige Gebäude stammt aus den 1930er Jahren, ist im Neukolonialstil gehalten, besitzt aber ältere und neuere Elemente, was typisch für die repräsentativen Bauten Perus ist, die regelmäßig von Erdbeben beschädigt und im jeweiligen Baustil der Zeit renoviert wurden. Der Regierungspalast liegt an der Plaza Mayor, dem Hauptplatz Limas. Er teilt sich den exklusiven Ort unter anderem mit der Kathedrale und dem Bischofspalast. Erkennbar ist er an der großen peruanischen Flagge, die über dem Portal weht, und dem kunstvoll geschmiedeten Zaun, der das Gelände umgibt.

Das Palastinnere des Palacio de Gobierno

Im Palacio de Gobierno befinden sich verschiedene Zeremonienräume, die nach wichtigen Persönlichkeiten der peruanischen Geschichte benannt sind – der Geschichte nach der Kolonialisierung, wohlgemerkt. Besonders sehenswert ist das „goldene Wohnzimmer“, ein reich mit Gemälden, Lüstern und einem verzierten Deckengewölbe ausgestatteter Raum. Ein Hinweis darauf, welch große Mühe die Spanier hatten, die indigenen Herrschaftsstrukturen Perus endgültig zu zerstören, aber auch darauf, dass dies in der neueren Zeit anerkannt wurde, ist der ehemalige „Pizarro-Saal“, der seit 1972 „Túpac-Amaru-II-Saal“ genannt wird und als Presseraum dient. Túpac Amaru II war der letzte indigene Herrscher, der zusammen mit Teilen der eingewanderten Bevölkerung in einen Aufstand gegen die herrschenden Mächte verwickelt war. Das ideelle Gegenstück bildet der „Friedensraum“, in dem der Friedensvertrag mit Honduras und El Salvador unterzeichnet wurde. In diesem Raum prangt ein zwei Tonnen schwerer Kristalllüster. Im Palastgarten, der ebenso gepflegt wird wie der Bau selbst, wächst ein Feigenbaum, den angeblich Pizarro selbst pflanzte. Damit hätte der Baum ein Alter von fast 500 Jahren und wäre das letzte Originalstück aus der Gründungszeit.

Zutritt und Wachwechsel

Eine besondere Attraktion ist der Wachwechsel vor dem Palast, der mit viel Pomp und Aufwand vor sich geht. Er findet Montag bis Samstag um 12:00 Uhr statt. Der Palast selbst ist nicht frei zugänglich und von Passanten nur durch den schmiedeeisernen Zaun zu sehen. Um an einer Führung durch den Palast teilzunehmen, ist eine Anmeldung mit dem Reisepass erforderlich. Diese erfolgt in einem Büro auf der linken Palastseite. Der Gang durch den Palast führt durch die offiziellen Räume. Die privaten Gemächer des Präsidenten bleiben vor der Öffentlichkeit verschlossen. Auch bei Nacht ist der Palast einen Blick wert. Durch die Beleuchtung kommen die vielen Zierelemente besonders gut zur Geltung.

Regierungspalast Peru

Adresse: Jirón de la Unión s/n, Cercado de Lima 15001
Eröffnet: 1938
Baustil: Neobarock
Architekten: Ryszard de Jaxa Małachowski, Claude Antoine Sahut Laurent
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