Das Museo der Banco Central de Reserva: Von der präkolumbischen Zeit zur Moderne

Was verbirgt sich hinter dem Kürzel BCRP? Ganz einfach: Banco Central de Reserva del Perú. Doch geht es in diesem Bank-Museum gar nicht um das Geld. Das Museo der Banco Central de Reserva hält etwas ganz anderes bereit, nämlich eine Sammlung präkolumbianischer Kulturzeugnisse, Kunst aus dem 16. und 17. Jahrhundert, sowie eine Sammlung peruanischer Malerei.

Das Museum befindet sich nur wenige hundert Meter südlich der Plaza Mayor im ehemaligen Gebäude der Banco Central de Reserva, einem dieser ehrwürdigen Institution entsprechenden prachtvollen Bau. Zu erkennen ist es an der massiven Fassade mit ihren Säulen. Die Stahlkonstruktion des Dachs lässt viel Licht in die Ausstellungsräume, die Böden sind mit Marmor belegt. Das Gebäude selbst ist also an sich schon einen Besuch wert. Zudem wird in diesem Museum deutlich, wie sehr private Sammler zum Erhalt der Spuren früherer Zeiten beigetragen haben.

Die Archäologische Abteilung

Der Reichtum der Zeugnisse aus der präkolumbianischen Zeit ist schier unermesslich. Deshalb gibt es viele Museen, die den alten Kulturen eine Abteilung widmen, oder sich vollständig auf sie spezialisiert haben. Das BCRP-Museum besitzt über 4000 Exponate der unterschiedlichsten Kulturen. Da sind Keramiken der Moche, Textilien der Chimú-Kultur und Skulpturen sowie Gebrauchsgegenstände der Nazca, Lambayeque und Inka. Einen besonderen Stellenwert nimmt die berühmte Goldsammlung von Hugo Cohen ein. Der Privatmann trug eine beachtliche Menge an Gegenständen unterschiedlicher Kulturen zusammen, darunter Masken, Schmuckstücke und Messer für den rituellen Gebrauch.

Volkskunst in Peru

Nachdem die Spanier Peru eroberten, bekam das handwerkliche Schaffen eine neue Dimension. Holz, Silber und Gold wurden nach wie vor zu künstlerischen und Gebrauchsgegenständen verarbeitet. An den Exponaten aus dem 16. und 17. Jahrhundert, die zur Privatsammlung von Nadia Carnero gehörten, ist besonders gut zu sehen, wie sich nach Peru importierte europäische Stile mit den Traditionen der indigenen Bevölkerung mischte. So entstand eine einzigartige Mischform. Beispiele dafür sind Textilarbeiten aus den Andenregionen und Gemälde.

Die peruanische Malerei

Vielleicht sagen Ihnen die Namen Gil de Castro und Pancho Fierro jetzt noch nichts. Wenn Sie die Werke dieser herausragenden Vertreter der republikanischen Malerei Perus aber gesehen haben, werden Sie sie so schnell nicht vergessen. Die Malerei, die sich in Peru nach der Erlangung der Unabhängigkeit von Spanien etablierte, war durch die politischen Umbrüche inspiriert und entwickelte sich unabhängig vom europäischen Mutterland weiter. Genau dafür stehen die Aquarelle Pancho Fierros, die verschiedene Aspekte des peruanischen Alltags darstellen. Gil de Castro dagegen ist für seine Porträts bekannt. Die Sammlung beinhaltet außerdem Malerei der indigenen Bevölkerung sowie des 20. Jahrhunderts.

Banco Central de Reserva del Perú

Adresse:
Jirón Ucayali 271, Cercado de Lima
Öffnungszeiten: Di. – Sa. 09:00 – 17:00
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