Sehenswertes Museum: Casa de la Gastronomía Peruana

Die Küchen dieser Welt sind vielfältig, und je nachdem, wen man fragt, wird man zu hören bekommen, dass die eigene nationale Küche die beste der Welt sei. Man kann es im Übrigen auch nachlesen, und dann heißt es: die chinesische, die thailändische, die türkische… Die peruanische Küche kann man dieser Liste bedenkenlos hinzufügen. Tatsächlich wurde das Land fünf Mal in Folge Sieger des World Travel Award als Reiseziel mit der besten Küche. Zelebriert wird diese unter anderem im Haus der peruanischen Gastronomie, der Casa de la Gastronomía Peruana, in Lima. Die Institution ist im alten Postgebäude im historischen Zentrum Limas untergebracht. Ein Besuch dort, vermittelt alles Wissenswerte über die Esstraditionen des Landes, die ebenso wie kulturelle Sehenswürdigkeiten zu einer Perureise gehören.

Museum und Restaurant zugleich

Die Casa de la Gastronomía Peruana hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Geschichte und Bedeutung der für Peru typischen Nahrungsmittel in ihrem vollen Umfang darzustellen. Die Ausstellung im Museum zeigt tatsächlich alle möglichen Aspekte der peruanischen Esskultur. Da sind zum Beispiel Skulpturen der Inkas und Präinka-Kulturen, die Speisen und Getränke ihrer Zeit darstellen, darunter Abbildungen von Maiskolben und Fischen.

In den alten Kulturen wurden häufig Lebensmittel den Verstorbenen als Beigabe mit ins Grab gelegt. Auch zum Kochen verwendete Gefäße befinden sich unter den Ausstellungsstücken. Dazu wird dargestellt, wie in Steinöfen oder Tongefäßen gekocht wurde. Nicht zu kurz kommt der Einfluss der aus Europa eingeführten Lebensmittel. Denn mit der Eroberung Perus durch die Spanier erweiterten sich die kulinarischen Möglichkeiten durch fremde Zutaten rasant. Heute, heißt es, sei das Lieblingsgericht der Peruaner gegrilltes Hähnchen.

In Form von lebensgroßen Szenen werden den Besuchern die Kochtraditionen der verschiedenen Epochen und Regionen vorgestellt. Ein besonderes Ausstellungsstück ist die Replik eines Gemäldes des letzten Abendmahls. Hier wird besonders eindrücklich deutlich, wie die peruanische Kulinarik Eingang in die Darstellung christlicher Szenen fand: Statt eines Opferlamms finden sich auf dem Tisch Meerschweinchen.

Die peruanische Küche

Die peruanische Landesküche ist vor allem deshalb so abwechslungsreich, weil sich in den geographisch und klimatisch unterschiedlichen Zonen jeweils eigene Essgewohnheiten entwickeln konnten. In der Küstenregion erreichte das Fischgericht Ceviche seine Vollendung, während in den Anden Alpakafleisch und Meerschweinchen, und in den Regenwaldregionen vor allem Kochbananen und Bohnen auf dem Speiseplan stehen.

Und wussten Sie, dass es in Peru über 3000 Kartoffelsorten gibt? Die Knolle kommt dort in den unterschiedlichsten Farben vor, von Gelb über Rot bis Violett, und ist neben Reis die beliebteste Beilage. Zu den für Peru typischen Getränken gehört Chicha, ein aus Mais hergestelltes Bier, das schon die Inkas tranken. In der Casa de la Gastronomía Peruana lassen sich all diese Köstlichkeiten nicht nur betrachten sondern auch probieren.