Iglesia San Pedro in Lima, ein Muss für alle Reisenden

Mitten in der historischen Altstadt, umgeben von anderen Kirchen aus der Kolonialzeit, liegt die Iglesia San Pedro. Auch sie gehört zu den Sakralbauten, die die Spanier im 16. Jahrhundert kurz nach der Gründung Limas errichteten. Mit ihrer homogen gestalteten Fassade ist die Peterskirche ein schönes Beispiel für den neoklassizistischen Stil.

Die Kirche und das angrenzende Kloster werden vom Jesuitenorden verwaltet. Der heute bestehende Bau ist der dritte an dieser Stelle und wurde im Jahre 1638 eingeweiht. Die Entstehungsgeschichte ist eine für Lima typische: Nachdem der erste Bau fertiggestellt war, wurde, da der Platz nicht für die große Gemeinde ausreichte, schnell eine zweite Kirche errichtet. Beide waren sehr einfache Gebäude aus Lehmziegeln, die zudem von Erdbeben in Mitleidenschaft gezogen wurden.

Mit zunehmendem Reichtum des Jesuitenordens kam auch der Wunsch nach einem prächtigeren und haltbareren Gebäude auf. In anderer Hinsicht ist die Kirche jedoch völlig untypisch: Während an vielen Gebäuden aus der Kolonialzeit durch die Mischung verschiedener Baustile sichtbar ist, dass sie nach den Erdbeben und Bränden in Laufe der Jahrhunderte immer wieder erneuert wurden, besitzt die Iglesia San Pedro ein rein neoklassizistisches Aussehen. Die klaren Linien kommen auch bei Nacht durch die Beleuchtung der Fassade zur Geltung. Eine weitere Besonderheit der Kirche sind die drei Eingangstüren, ein Merkmal, das der Kathedrale von Lima an der Plaza Mayor vorbehalten ist. Aus diesem Grund müssen die zwei zusätzlichen Türen geschlossen bleiben und dürfen nur zu wichtigen religiösen Ereignissen geöffnet werden.

Kunstwerke und Reliquien in San Pedro

Das Innere der Kirche erstrahlt im Glanz des gewaltigen Hauptaltars, den der Besucher erblickt, sobald er durch das Portal getreten ist. Die Fülle an Blattgold, die durch die Beleuchtung besonders zur Geltung kommt, ist beeindruckend. Auch die Seitenschiffe beherbergen Altäre. An den verspielt wirkenden Säulen, von denen die mit Kassettenmuster verzierten Gewölbe getragen werden, sind weitere Kunstwerke und Gemälde mit geschnitten Holzrahmen zu finden, ihre Sockel sind mit Fliesen verziert.

Im Gegensatz zur neoklassizistischen Fassade, wurde das Kircheninnere über die Jahrhunderte hinweg immer wieder umdekoriert, was dazu führte, dass auch barocke Gestaltungselemente zu finden sind. Zudem kann sich die Iglesia San Pedro in Lima rühmen, einige wichtige Reliquien zu besitzen, unter anderem Reste des Kalvarienkreuzes, einen Dorn aus Jesu Krone, oder einen Schienbeinknochen des Apostel Paulus. Damit zieht sie neben den Kunstbegeisterten, für die San Pedro ein absolutes Muss darstellt, auch viele Gläubige an. In einem der beiden Türme hängt die älteste Glocke Limas, genannt „Abuelita“, zu Deutsch „Großmutter“. Auf der Liste der zu besuchenden Sehenswürdigkeiten in Lima sollte die Kirche auf keinen Fall fehlen.