Sehenswertes Ausflugsziel: Die Insel El Frontón bei Callao

Wer nach Lima reist, wird ein landschaftlich buntes Bild vorfinden. Hügel und grüne Küstenstreifen umrahmen die Stadt, im Westen liegt die Hafenstadt Callao und das Meer. Die Ausflugsziele und Aktivitäten in und rund um Lima sind deshalb sehr vielfältig. Vor der Küste Callaos liegen mehrere kleinere und größere Inseln. Eine von ihnen, mit einem knappen Kilometer Länge die zweitgrößte, ist El Frontón. Es lohnt sich, von Callao aus einen Ausflug per Boot zwischen den Inseln zu machen und die ehemalige Gefängnisinsel El Frontón aus der Nähe zu betrachten. Die Insel ist nicht nur ein interessantes Ausflugsziel, sie hat auch ihren Platz in der Geschichte Perus. Somit kann für Sie der Besuch nicht nur eine Reise durch die vielen Kulturen des Landes werden, sondern auch eine Exkursion in die Piraterie zur Zeit der Kolonialisierung bis hin zu den Guerrilla-Kriegen.

Die düstere Geschichte von El Frontón

Die Insel diente sowohl als Quarantänestation für Schiffe, als auch als Gefängnis für Piraten und später gewöhnliche Verbrecher. Damit ist El Frontón kein Einzelfall, denn Inseln wurden schon immer als abgelegene und nur schwimmend und unter großer Gefahr zu verlassene Orte gerne für diese Zwecke genutzt. Auf El Frontón gibt es kein Frischwasser, deshalb war die Insel bis auf die Gefangenen und ihre Wärter immer unbewohnt. Neben den gefährlichen Verbrechern und politischen Gefangenen war auf El Frontón eine illustre Person gleich zweimal zu Gast: der ehemalige peruanische Präsident Fernando Ballaúnde Terry. Das Gefängnis war berüchtigt wegen der harten Bestrafungs- und Foltermethoden, die den Gefangenen gegenüber angewandt wurden. 1986 fand ein Aufstand der Gefangenen statt, bevor das Gefängnis dann aufgegeben wurde. Heute haben auf der Insel verschiedene Vogelarten einen ungestörten Lebensraum gefunden.

Der Reiz von El Frontón

Steile Felsen, an denen sich die Wellen brechen, ragen sieben Kilometer vor Callao aus dem Meer auf. Der karge Fels ist an verschiedenen Stellen durchbrochen, durch die entstandenen Durchgänge ist Wasser zu sehen. Bei bedecktem Himmel erscheint die Insel besonders unwirtlich, in ihrer Schroffheit aber faszinierend. Bei Sonnenschein wirken die braunen sandigen Felsformationen beeindruckend. Der schlimme Teil der Geschichte El Frontóns ist heute abgeschlossen und Besucher können zwischen den teilweise verfallenen Mauern umhergehen und die Lokalitäten besichtigen und sich von Führern die interessanten Einzelheiten der Geschichte der Insel erzählen lassen.