Das Museo Naval del Perú in Callao

Das Meer hat die Menschen seit jeher fasziniert. Die große Freiheit, der Wind, die Weite, all das reizt die Menschen seit Jahrtausenden. Neben dem alltäglichen Wert, den das Meer für die Bevölkerung hat, ist es auch Schauplatz wichtiger Schlachten. Das Marinemuseum in Callao zeigt die Geschichte der peruanischen Marine und der alten Kulturen Perus. Welcher Ort könnte für ein solches Museum besser geeignet sein, als die Hafenstadt im Westen Limas? Insgesamt ist das Museum für alle interessant, die sich für Geschichte Perus interessieren. Zudem hebt sich das Museum mit dem maritimen Thema deutlich von der Museumslandschaft in Lima ab. Sie sind also herzlich willkommen, in die Welt des Wassers in Peru einzutauchen.

Die prä-hispanische Seefahrts- und Fischerkultur

Schon die Kulturen, die vor der Ankunft der Spanier in Peru angesiedelt waren, betrieben rege Seefahrt – sowohl auf dem Meer als auf dem das Titicacasee. Noch heute pflegen die Urus auf dem Titicacasee diese Tradition: Sie leben auf Inseln aus Totora-Schilf und stellen auch ihre Häuser und Boote aus diesem Material her. Ein Exemplar dieser Schilfboote ist im Museum zu finden, ebenfalls Fischereiutensilien und Informationen zu den großen Kulturen, deren Ära mit der Eroberung durch die Spanier und die Gründung der neuen Hauptstadt Lima 1535 endgültig zu Ende ging. Weil dieser Teil der Geschichte so lange dauerte und bis heute wichtig ist, ist ein Raum ins Museum integriert, in dem die Bedeutung des Meeres für Peru dargestellt wird.

Peru nach der Kolonialisierung

Die Kolonialisierung Perus begann nicht lange nach der Entdeckung Amerikas durch Christoph Columbus. Deshalb kommt auch dieser Teil der Geschichte im Marinemuseum in Callao nicht zu kurz. Der nächste und sehr weit reichende Teil der Ausstellung ist der Geschichte der peruanischen Marine gewidmet. Diese begann mit der Kolonialisierung.

Das Museum hat diesen Thementeil in unterschiedlichen Räumen untergebracht. Das ist zum einen ein Waffenraum, in dem die typischen Waffen der Seeleute zu Kolonialzeit ausgestellt sind: Säbel, Pistolen, Kanonen. Der Besucher bekommt auch einen guten Überblick über damalige Bräuche und die Kleidung. Navigationsinstrumente und Modelle von Schiffen aus aller Welt vervollständigen die Sammlung.

Sehr sehenswert sind auch die Galionsfiguren, hinter denen sich in manchen Fällen eine Geschichte verbirgt. Eine von ihnen wurde zum Beispiel angeschwemmt, Jahre nachdem das Schiff gesunken war. Ein wichtiger Teil der peruanischen Geschichte ist der Salpeterkrieg. Hier kam die Marine in ihrem vollen Umfang zum Einsatz. Zeugnisse davon liefern u.a. persönliche Gegenstände von Kriegshelden. Und natürlich dürfen in der Sammlung auch Gemälde mit Seemotiven und Portraits berühmter Seefahrer nicht fehlen. Das Museum ist modern eingerichtet und verfügt über eine Reihe von Multimedia-Installationen zu den jeweiligen Themen. Zudem verfügt das Museo Naval del Perú über eine Bibliothek, in der Sie bei größerem Interesse auch spezielle Fakten nachlesen können.