Der Parque de las Leyendas: Vielfältiger Erholungsort in Lima

Wenn man über Sehenswürdigkeiten in Lima spricht, meint man oft die historische Kernstadt aus der Kolonialzeit oder die moderneren Viertel wie Miraflores und Barranco. Weniger präsent ist die Geschichte der Stadt, oder besser gesagt der Gegend, in der Zeit vor dem Einmarsch der Spanier im 16. Jahrhundert. Denn die Ebene, in der Lima erbaut wurde, war auch vorher schon besiedelt. Allerdings ist von diesen Siedlungen kaum mehr als Reste erhalten. Im Parque de las Leyendas allerdings sind noch Zeugnisse der alten Kulturen zu finden. Zudem befinden sich dort ein Archäologisches Museum, ein Zoo und ein botanischer Garten. Damit ist der Park im Stadtteil San Miguel ein schönes Ausflugsziel für die Einheimischen wir für Besucher Limas gleichermaßen.

Fundstücke auf dem Gelände

Auf dem Gelände des Parque de las Leyendas befinden sich mehrere Huacas, aus Lehmziegeln hergestellte Pyramiden und Heiligtümer der vor der Ankunft der Spanier im Rímac-Tal ansässigen indigenen Bevölkerung. In den letzten Jahren wurden in den Huacas immer wieder Knochen, sowie Ton- und Steingefäße gefunden, der letzte Fund beinhaltete die etwa 1300 Jahre alten Knochen eines Mannes und eines Kindes. Diese werden im Museum Ernst W. Middendorf ausgestellt, dem auf dem Gelände befindlichen Archäologischen Museum. Eine Kuriosität, deren Rätsel bisher nur teilweise gelöst ist, sind die über hundert Skelette von Hunden, die zusammen mit Menschen begraben wurden. Eine Erklärung für dieses Grab könnte sein, dass die Hunde als Opfer mit den Toten begraben wurden, denn in den prä-peruanischen Kulturen waren Hunde die Begleiter der Menschen auf ihrer Reise in die Nachwelt.

Tiere im Parque de las Leyendas

Das weitläufige Gelände des Parks ist in vier geographische Bereiche aufgeteilt, in denen jeweils unterschiedliche, in Peru beheimatete Tiere beheimatet sind. Da ist zum Beispiel die Zone Sierra, in der für Peru typische Gebirgstiere wie Lamas oder Kondore ein Zuhause gefunden haben. Auch ein künstlich angelegtes Bergwerk für die Besucher befindet sich dort. Die Küstenzone beherbergt Gürteltiere, Seelöwen und Humboldt-Pinguine, und die Urwaldzone Jaguare und Andenklippenvögel. Eine Ausnahme bildet die internationale Zone, in der Nilpferde, Giraffen, weiße Bengaltiger und Zebras untergebracht sind, also Tiere, die normalerweise nicht in Peru zu finden sind. Dort befindet sich auch das Erdöl-Museum, das ein weiteres Themengebiet des Parks bildet.

Aktivitäten im Parque de las Leyendas

Neben dem Zoo und dem archäologischen Museum hält der Park viele weitere Attraktionen bereit. Zum einen befindet sich nahe der Küstenzone der botanische Garten sowie ein See, an dessen Ufer ein Nachbau von Machu Picchu zu sehen ist. Besonders beliebt sind Bootsfahrten auf dem See. Der Bereich um den See bietet auch viel Platz zum Sitzen oder für ein Picknick. Im Parque de las Leyendes finden auch regelmäßig Veranstaltungen statt, z.B. wurde in der Vergangenheit der Geburtstag der Giraffe Domingo gefeiert, die zu diesem Anlass vor Publikum einen Kuchen aus Karotten, Luzerne und Gerste bekam. Eine besondere Attraktion sind die Nachtspaziergänge durch den Park. Sie beinhalten neben einem nächtlichen Besuch bei den Tieren u.a. eine Fahrt mit der parkeigenen Bahn, eine Bootsfahrt auf dem See und die Besichtigung der Modell-Mine.

Limas Zoo

Parque de las Leyendas

Adresse: Av. Las Leyendas 580, San Miguel
Öffnungszeiten: Montag – Sonntag 09:00 – 17:00
Eintritt: 8 Soles (ca. 2 Euro)
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