Amano: Museum für präkolumbianische Textilkunst

Internationale Zusammenarbeit im Erhalt der peruanischen Textilkunst

Das Textilmuseum Amano in Lima hat eine merkwürdige Entstehungsgeschichte. Verantwortlich für diese große Sammlung peruanischer Textilien ist nämlich der japanische Geschäftsmann Yoshitaro Amano. Dieser lebte bis zu den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts in Amerika, wurde während des II. Weltkriegs jedoch nach Japan deportiert. 1951 kehrte er nach Amerika zurück und beschloss, sich in Peru niederzulassen.

Dort entdeckte er den Wert der Textilien der alten Kulturen und beschloss, sie zu sammeln und so zu erhalten. Sein Museum wurde 1964 gegründet und war ein Ort, an dem japanische und peruanische Forscher in den Bemühungen um die Erhaltung der Vergangenheit zusammenfanden. Doch ist das Museum nicht nur ein exzellentes Beispiel für Völkerverständigung und Zusammenarbeit. Die dort ausgestellte peruanische Textilkunst ist eine der besten Sammlungen des Landes.

Einzigartige Sammlung präkolumbianischer Textilien

Viele Museen in Peru sind den Keramiken und den Metallobjekten der präkolumbianischen Kultur gewidmet, in archäologischen Ausgrabungsstätten besichtigen die Besucher deren Bauwerke.

Textilien sind meist ein eher vernachlässigter Bereich der Ausstellungen. Dabei hat die Textilverarbeitung in Peru lange Tradition. Die in den Anden lebenden Alpacas dienten schon den präkolumbianischen Kulturen als Nutztiere zur Herstellung ihrer Kleidung. Und bis heute haben die ethnischen Muster der frühen südamerikanischen Kulturen Einfluss auf die Mode in Amerika und Europa.

Machen Sie sich also auf, dieses spezielle Museum zu besichtigen, das mit seiner Textilsammlung ein Ort ist, der andere Museen in Lima perfekt ergänzt. Die Ausstellung des Amano ist in drei Themenbereiche gegliedert. Ein Teil stellt die Geschichte des Textilhandwerks während verschiedener Perioden von der Kultur der Paracas, über die Chimú bis zu den Inkas dar.

Da die alten Kulturen noch nicht über ein Schriftsystem verfügten, ist es nicht möglich, die Funktion der Kleidungsstücke und die Bedeutung der auf ihnen vorhandenen Symbole genau zu bestimmen. Glücklicherweise ist aber durch Privatsammler wie Yoshitaro Amano eine solche Fülle von Stücken erhalten geblieben, dass sich die Forscher durch vergleiche und Studien ein gewisses Wissen über die Traditionen und Rituale der alten Kulturen aneignen konnten.

Der zweite Teil der Ausstellung ist ganz den Herstellungsverfahren gewidmet: Gezeigt werden neben dem Rohmaterial Werkzeuge und Gerätschaften zum Färben, Spinnen und Weben. Der Yoshitaro-Amano-Saal beherbergt die Privatsammlung des Museumsgründers: Textilerzeugnisse der präinkaischen Chancay-Kultur, die in der Nähe der Pazifikküste lebte.

Amano

Adresse:
Retiro 160, Miraflores
Öffnungszeiten:

Mo. – So. 10:00 – 17:00 – Webseite