Das bunte Treiben auf Limas Marktplätzen

Große Vielfalt an Gemüse, Früchten und allem Möglichen

Märkte zeigen viel über die lokalen Gegebenheiten der verschiedenen Länder. Wer also mehr über die Traditionen, die angebauten Lebensmittel und die Gewohnheiten der Bevölkerung erfahren will, sollte einen Marktplatz besuchen. Die angebotenen Früchte und Gemüsesorten, oder andere Dinge, die man in der Heimat nicht so einfach findet, hinterlassen einen starken Eindruck. Z. B. ist Peru für seine Kartoffelsorten bekannt, deren Farben von Gelb über Violett bis Schwarz reichen. Ähnlich verhält es sich mit den Maiskolben. Manche Sorten sind fast weiß, andere rot bis violett. Limas Märkte sind über verschiedene Stadtteile verteilt und deshalb, je nachdem, wo sich der Ausgangspunkt befindet, manchmal zu Fuß oder mit Taxi oder Bus erreichbar. In der Regel sind Lebensmittel auf dem Markt günstiger als in den Supermärkten. Das und die Vielfalt stellen manchmal ein kleines Problem dar: am liebsten möchte man alles probieren.

Mercado Numero Uno in Surquillo

Die charakteristischen Eingangskonstruktionen in Blau oder Rot mit der Aufschrift Mercado 1 in Surquillo sind nicht zu übersehen. Im Innern begeistern die kunstvollen, farbenprächtigen Konstrukte aus Tomaten, Auberginen oder Kartoffeln und die von der Decke hängenden Stränge mit Zwiebeln, Maiskolben und Paprika. Ebenso zieren Früchte, deren Namen im deutschsprachigen Raum eventuell nicht einmal bekannt sind, die Auslagen. Fischstände begeistern mit Kisten voller Muscheln, Krabben und Tintenfischen. Was für Nordwesteuropäer vielleicht etwas merkwürdig erscheint, ist die Präsentation der Fleischwaren. Da hängen ganze Schweine, oder stehen deren Füße auf Tabletts bereit, gefolgt von einer Auswahl an Innereien und Hühnern. Auf diesem Markt stellt sich nicht die Frage, was es alles gibt, sondern eher, was es nicht gibt. Wahrscheinlich nichts. Die Artischocken haben die Größe von Kinderköpfen, von den Gewürzständen duftet es verlockend, meterhohe Zimtstangen stehen an die Wand gelehnt, neben Körben mit Linsen, Maismehl oder Reis. Tatsächlich sind Reis und Kartoffeln die wichtigsten Beilagen der peruanischen Küche. Kaum ein Gericht kommt ohne sie aus. Der Markt befindet sich in Surquillo, nur einige Gehminuten vom Zentrum des Stadtteils Miraflores entfernt. Eine weitere Besonderheit weist dieser Markt auf: Sonntags findet außerhalb der Markthallen die „Bioferia“ statt, ein Markt, auf dem nur biologisch hergestellte Produkte verkauft werden.

Adresse: Mercado Uno in Surquillo,  Av. Paseo de la Republica / Ecke Leoncio Prado, Surquillo, Öffnungszeiten: Täglich Mo-Sa 07:00-19:00, So 07:00 – 16:00

Mercado Numero Dos in Surquillo

Etwas weniger auffällig ist der Mercado Numero Dos, ebenfalls in Surquillo, nicht weit von Mercado 1 gelegen. Auf diesem Markt werden die unterschiedlichsten Waren angeboten, von Plastikwannen und Besen über antike Möbel und Stoffe. Dazu gibt es jede Menge Metzger. Wer gerade eine Hose oder ein Hemd umändern lassen möchte, ist hier auch am richtigen Ort. Wie auf den anderen Märkten auch, geht es dort recht lebhaft und laut zu.

Lizardo Montero, Surquillo, Öffnungszeiten Montag – Samstag 08:00 – 21:00, Sonntag 08:00 – 21:00

Mercado Central in der Innenstadt

Ein paar Straßen südwestlich vom Hauptplatz Limas, der Plaza Mayor, befindet sich der zentrale Markt. Er ist der größte in Lima und nimmt einen ganzen Block ein. Neben Früchten und Gemüse werden natürlich auch Fisch und Fleisch angeboten. Übrigens, aber dafür benötigt man eine Kochgelegenheit: Meerschweinchen sind die Spezialität Perus. Ebenso wie z.B Quinoa oder Amaranth. Tatsächlich stammen diese heute bei uns als besonders gesund geltenden Getreide noch aus der Zeit der Inkas. Wie auf den anderen Märkten auch finden sich natürlich Stände, an denen gekochtes Essen gekauft werden kann. Doch die Markthalle selbst bietet nicht alles: Um das Gebäude herum haben sich auch Händler mit Kleidung, Spielzeug, Haustieren und sonstigen Dingen, die man entweder braucht oder nicht braucht, breit gemacht.

Adresse: Jirón Ucayali 615, Cercado de Lima, Öffnungszeiten Montag – Samstag 07:00 – 21:00, Sonntag 07:00 – 18:00

Asiatische Köstlichkeiten auf dem Mercado Chino

Chinatown in Lima? Ja, das gibt es. Das kleine Stadtviertel, in dem sich im 19. Jahrhundert chinesische Einwanderer niederließen, ist gleich beim Mercado Central zu finden. Auf dem Markt dort gibt es alles, was für die asiatische Küche nötig ist. Übrigens haben sich die Köche Perus und Chinas hier zusammengetan. Das Ergebnis nennt sich „Chaufa“, ein Gericht mit gebratenem Reis, Gemüse und Fleisch. Auf diesem Markt ist die Atmosphäre nicht mehr typisch peruanisch, wo man geht und steht unterhalten sich Kunden und Verkäufer in ihren asiatischen Muttersprachen.

Adresse: Diverse Shops Jiron Ucayali / Ecke Paruro Öffnungszeiten Montag – Samstag zwischen 09:00 – 22:00, je nach Markt

Für Fischliebhaber: Das Terminal Pesquero Callao

Lima liegt am Meer – ein Fischmarkt ist also nichts Überraschendes. Was aber überrascht, ist die Vielfalt. Limas größter Fischmarkt befindet sich in Villa Maria del Triunfo, außerhalb Limas. Hier kaufen neben den peruanischen Hausfrauen auch Restaurants und Supermärkte in großen Mengen ein. Egal, ob Hai, Tintenfisch, Krabben oder Muscheln, alles ist da, frisch von den großen und kleinen Fischkuttern gebracht. Erstaunlich, welche Fischarten sich in den Meeren in diesem Teil der Welt tummeln. Einige der Wesen haben ein recht merkwürdiges aussehen… Kein Wunder jedenfalls, dass ein weiteres Nationalgericht in Peru Ceviche, roher Fisch oder Meeresfrüchte in Zitronensaft und Chili mariniert. Und vielleicht ist es interessant: Über 70.000 Tonnen Fisch werden im Terminal Pesquero pro Jahr verkauft.

Adresse: Av Pachacutec / Ecke Av. Maria Parado de Bellido, Villa María del Triunfo Täglich Mo-So 07:00-13:00

Gamarra – Kleidung, Kleidung, Kleidung….

Gamarra ist das Textilzentrum Limas und befindet sich im Viertel La Victoria. Dort haben sich nahezu alle Händler auf die Herstellung und den Verkauf von Kleidung und anderen Textilerzeugnissen spezialisiert.  Laut der eigenen Gamara Internetseite bieten fast 20.000 Hersteller, Händler und Geschäfte hier ihre Dienstleistung an. Tatsache ist jedenfalls das Sie hier alles finden. Verkauft wird in Kaufhäusern und von Einzelhändlern. Das Durcheinander und die Lautstärke sind ein Erlebnis für sich. Was vielleicht für die Besucher ungewohnt ist: Die Händler gehen auf die potenziellen Kunden zu, sie wollen verkaufen, um jeden Preis, und lassen sich nicht immer so leicht abschütteln. Sollten Sie also noch eine traditionelle peruanische Mütze für die kalten Winter zu Hause oder ein paar T-Shirts einkaufen wollen, sind Sie hier genau richtig.

Adresse: Avenida Aviacion / Ecke Jiron Hipolito Diverves Shops Öffnungszeiten zwischen 09:00 und 21:00, je nach Shop

Der Schwarzmarkt Las Malvinas

Was wäre eine Großstadt ohne einen Schwarzmarkt? Las Malvinas liegt südöstlich des Stadtzentrums in der Peripherie. Von elektronischen Geräten über Markenkleidung bis zu Sportgeräten findet sich hier alles, gebraucht und bei Gelegenheit auch neu. Die Händler verkaufen aber nicht nur, sie kaufen auch alles, was ihnen vielversprechend erscheint von den Besuchern des Markts. Wie legal das abläuft, ist fraglich, Vorsicht jedoch mit der Bezeichnung Schwarzmarkt: Die Verkäufer schätzen es nicht, wenn der Markt als solcher bezeichnet wird. Sie sehen sich als normale Second-Hand-Händler (oder wollen zumindest so gesehen werden) .

Adresse: Av. Argentina 608, Cercado de Lima, Öffnungszeiten Montag – Sonntag 09:00 – 21:00

Klein aber fein: Der Jesús-María-Markt

Dieser Markt im Bezirk Jesús María ist bekannt für seine Stände, an denen frische Ceviche angeboten wird. Übrigens wird die Ceviche in jedem Haushalt unterschiedlich zubereitet, je nach Familienrezept oder den vorhandenen Zutaten. Eine bestimmte Regel gibt es nicht, nur der frische Fisch ist obligatorisch. Der Markt ist relativ klein und eigentlich nur bei den Einheimischen bekannt. Peru pur also, und ein Ort, der sich zu sehen lohnt.

Adresse: Av República Dominicana 194, Jesús María, Öffnungszeiten Montag – Sonntag 09:00 – 18:00

Tipp für den Markteinkauf

Fragen Sie immer nach einem besserem Preis wie z.B. „algo menus“. Sie werden schnell bemerken das der Preis bis zu 30% nach unten gehen kann. Insbesondere dann wenn Sie als Ausländer deutlich zu erkennen sind.

Limas Märkte – Große Vielfalt an Gemüse, Früchten und allem Möglichen