Museum und Forschungseinrichtung: Das Museo de la Nación

Tiefer Einblick in die Kulturen Perus

„Die reichen und vielfältigen Kulturen der Nation durch ein großes Forschungsinstitut zu sammeln“ – das war der Leitspruch, als am 14. März 1888 beschlossen wurde, das Museo de la Nación zu gründen. Das Museum der Nation ist eins der größten archäologischen Museen Limas.

Es befindet sich im Stadtteil San Borja, passenderweise teilt es sich seinen Bau mit dem Kulturministerium. Das Museum hat eine bewegte Geschichte hinter sich, die aus Schließungen, Renovierungen und Wiedereröffnungen besteht.

Denn es ist nicht einfach, eine solche Institution zu finanzieren und allen Funktionen – der Sammlung und Ausstellung, der Erforschung und der Restauration – gerecht zu werden. Seit das Museum seine Türen zuletzt wieder geöffnet hat, ist es zu einem beliebten Ziel der Besucher Limas geworden. Schauen Sie vorbei und entdecken Sie selbst, welche Schätze die Kulturen Perus im Laufe der Jahrtausende hervorgebracht haben.

Geschichte der Besiedelung Perus

In welchem Zeitraum liegen die Anfänge einer Nation und wann endet sie? In Peru, das so viele kulturelle Wechsel erlebt hat, ist diese Frage nicht allzu leicht zu beantworten. Peru als Staat existiert erst seit der Unabhängigkeitserklärung 1821. Davor war das Land – nach der Eroberung durch die Spanier – ein Vicekönigreich Spaniens.

Die Kulturen, die vor den Spaniern lebten, nennt man auch prä-hispanische Kulturen, darunter die Inkas und sogenannte prä-inkaische Kulturen wie die Paracas, Nazca oder Moche. Das Ziel also, die Kulturen der Nation an einem Ort zu vereinigen, bedeutet in diesem Fall: die Zeugnisse der gesamten menschlichen Besiedelung Perus zu sammeln, zu erforschen und zu konservieren.

Die Ausstellung des Museo de la Nación

Die Anzahl der Werke, die das Museum besitzt, ist beeindruckend: da heißt es, 12.000 Objekte aus prä-hispanischen Zeiten, dazu 2500 Kunstwerke aus der Kolonial- und der republikanischen Zeit. Den kleinsten Teil bilden die zeitgenössischen Kunstwerke.

Wenn man bedenkt, dass es hunderte von Museen in Peru gibt, die eine Anzahl von Werken der alten Kulturen ausstellt, die manchmal in die Tausende reicht, wird erstens deutlich, wie viele handwerkliche und künstlerische Erzeugnisse in dieser Zeit erschaffen wurden, aber auch, welch großen Wert sie für die Menschheit heute besitzen.

Teilweise waren sie schwer zu erlangen – der illegale Handel mit Werken der Vergangenheit macht es den Museen schwer, die Zeugnisse ihres Landes dort zu versammeln, wo sie hingehören. Die Sammlung des Museo de la Nación ist bekannt für die Keramiken der Moche, Nazca und Wari.

Ebenso sehenswert sind verzierte Werkzeuge aus Knochen, verschiedene Textilien und natürlich die Masken und religiösen Objekte aus Gold und Silber. Unter den Werken der Kolonialzeit stechen vor allem die Gemälde der Schule von Cuzco heraus. Sie zeigen, wie sich die lokalen Traditionen nach der Ankunft der Spanier mit den importierten Kunststilen aus Europa vermischten, und dadurch eine ganz neue Ästhetik geschaffen wurde. Fotografien zeigen das Leben in Peru in neuerer Zeit. Wechselnde Ausstellungen zu verschiedenen Themenbereichen ergänzen die Sammlung des Museums.

Museo de la Nación

Adresse:
Av. Javier Prado Este 2465, San Borja

Öffnungszeiten:
Mo. – So. 09:00 – 17:00 – Webseite