Lima – die unterschätzte Hauptstadt Perus

..und zweitgrößte Wüstenstadt der Welt

Denkt man an südamerikanische Metropolen, mag einem Peru vielleicht nicht unbedingt als allererstes einfallen, aber die peruanische Hauptstadt Lima hat mehr zu bieten, als man anfänglich vermuten mag.

Klar, der erste Eindruck ist meist ein ernüchternder. Das liegt allerdings hauptsächlich der Tatsache geschuldet, dass sich der internationale Flughafen in einem Industrieviertel abseits des Zentrums befindet. Limas Schönheit offenbart sich erst auf den zweiten Blick.

Nämlich dann, wenn man auf der prächtigen Plaza de Armas steht und die ehemaligen Herrschaftshäuser bestaunt, einen Plausch mit den freundlichen Einwohnern Limas führt oder einmalig frisches Ceviche mit Blick aufs Meer genießt. Dann allerdings verliert man sein Herz für immer an Lima.

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Das Zentrum der spanischen Kolonialmacht

1535 beschloss der spanische Eroberer Francisco Pizarro, dass der natürliche Hafen, der „Ciudad de los Reyes (Stadt der Könige), der perfekte Ort sei, um all das von den Inkas gestohlene Gold nach Spanien zu schicken. Über 300 Jahre sollte Lima das Zentrum der spanischen Kolonialmacht sein und in dieser Zeit genoss Lima sowohl Reichtum als auch Prestige.

Als Peru dann im Jahr 1821 seine Unabhängigkeit von Spanien deklarierte, geschah dies auf dem von Pizarro entworfenen Plaza de Armas und als 1870 die Stadtmauern niedergerissen wurde, vergrößerte sich die Stadt von Tag zu Tag. Es kamen neue Viertel dazu, wie das heutige heimliche Zentrum Miraflores oder auch das künstlerisch angehauchte Barranco.

Heute lebt fast ein Drittel der knapp 29 Millionen Peruaner in und um Lima. Viele von ihnen kamen in den 1980er und 90er Jahren, um der Armut und den politischen Gewalttaten zu entfliehen. Seit den letzten zehn Jahren ist es friedlich geworden in Peru, und mit dem Frieden kommt auch langsam der Wohlstand zurück nach Lima. Viele ehemalige Ruinen wurden restauriert und auch die Touristen finden immer häufiger ihren Weg in die in neuem Glanz erstrahlende Hauptstadt Lima.

Sehenswürdigkeiten in Lima

Nicht ohne Grund wurde das historische Zentrum von Lima von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt und damit unter ihren Schutz gestellt. Hier finden sich einige äußerst sehenswerte historische Gebäude und natürlich auch die wunderschöne Plaza Mayor mit ihrem aus dem Jahr 1651 stammenden Brunnen. Der Platz gilt als Nullpunkt – von hier werden alle Entfernungen in Peru bemessen.

Die „Catedral de Lima“ wurde zur letzten Ruhestätte für Pizarro, dessen weltliche Überreste sich heute in der ersten Seitenkapelle befinden. Will man die Kathedrale außerhalb der Gottesdienste besichtigen, muss man dafür einen Eintritt von 10 Soles berappen. Dafür darf man dann allerdings auch das Museum religiöser Kunst direkt neben dem Hauptaltar besichtigen, in dem sich zahlreiche Kunstwerke finden.

Der Regierungspalast „Palacio de Gobierno“ steht heute dort, wo einst der Palast Pizarros stand. Wer nicht an einer geführten Tour durch das Gebäude teilnehmen möchte, kann auch einfach den Wachwechsel der kunterbunt gekleideten Wächter beobachten, der jeden Tag außer Sonntags zu Mittag hier stattfindet.

Wer auf den Spuren der Inka und älterer Völker wandeln möchte, kann dies in der Huaca Pucllana tun, einer Ausgrabungsstätte in Miraflores, die aus der Zeit vor den Inka stammt. Früher lebte hier das Volk der Lima, der die peruanische Hauptstadt auch ihren Namen zu verdanken hat.

Und auch im Stadtteil San Isidro findet sich eine Ausgrabungsstätte. Die Huaca Huallamarca ist eine verblassende Erinnerung an das Volk der Hualla.

Was kann man unternehmen?

Ok, natürlich hält New York den Titel als „Stadt, die niemals schläft“, aber Lima ist auch nicht übel. Hier kann man rund um die Uhr etwas erleben. Sei es Livemusik in einer der vielen Bars, Clubs und Kneipen in Miraflores oder doch lieber einen entspannten Tag in dem fast karibisch anmutenden Viertel Barranco, Langeweile kommt hier kaum auf.

Lima ist zudem ein wahres Fest für die kulinarischen Sinne. Wer hier zu Besuch ist, sollte sich nicht über das eine oder andere Kilo wundern, dass man hier zulegen kann. Besonders zu empfehlen ist Ceviche, roher Fisch oder Meeresfrüchte, die in Zitronen- oder Limettensaft gegart werden. Auch das Nationalgetränk Pisco findet man hier an fast jeder Ecke.

Wer die Zeit (und die äußert günstigen Preise) für einen kleinen Shoppingbummel nutzen möchte, der wird auf der Jiron de la Union, einer langen Fußgängerzone inmitten des Zentrums, garantiert fündig werden. Sucht man einen Ort, an dem man wirklich alles findet, sollte man das Centro Comercial Jockey Plaza im Viertel Surco besuchen. Es gehört zu den größten Einkaufszentren der Stadt und bietet von Banken über Boutiquen bis hin zum Baumarkt alles in einem.

Wann ist die beste Zeit für einen Besuch in Lima?

Limas Jahreszeiten sind etwas einfacher: es gibt Sommer, und es gibt den Winter. Die beste Zeit für einen Besuch fällt in die Sommermonate, die von Dezember bis April gehen. Dann verzieht sich der für den Winter fast schon berühmte Nebel und der Himmel ist klar bei Temperaturen zwischen 18° – 29° Celsius. Im Sommer sind es besonders die faszinierenden Sonnenuntergänge, für die Lima bekannt ist. Wenn der Himmel gegen sieben Uhr abends in feurigem Rot, Orange, Pink und Lila erstrahlt, nennen die Einheimischen das „Cielo de Brujas“ – Himmel der Hexen.

In den Wintermonaten liegt die durchschnittliche Temperatur bei etwa 15° Celsius, die Tage sind oft trüb und regnerisch, und es macht sich ein dicker Nebel, der „Garua“ genannt wird, breit. Trotzdem sind gerade Surfer und andere Wassersportfans im Winter erst richtig glücklich, denn kühle Temperaturen bedeuten auch: bessere Winde und damit bessere Konditionen fürs Surfen.

Im Mai und November – also quasi dem „Frühling und Herbst“ kann es zu dramatischen Temperaturunterschieden innerhalb kürzester Zeit kommen. Will man Lima dann besuchen, sollte man gepäcktechnisch einfach auf alles gefasst sein: von T-Shirt und Shorts bis hin zum dicken Pulli.

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Wo kann man bleiben?

Lima bietet Unterkünfte für jeden Geldbeutel, die meisten davon befinden sich in dem angesagten Viertel Miraflores oder im Zentrum. Von einfachen, aber doch stylishen Hostel in zentraler Lage und englisch- und deutschsprechendem Personal bis hin zum Luxushotel wie das J. W. Marriott Lima oder das Belmond findet sich garantiert für jeden die passende Übernachtungsmöglichkeit.

Anreise und öffentliche Verkehrsmittel

Lima verfügt über einen internationalen Flughafen, der zwar noch nicht direkt aus Deutschland angeflogen wird, aber dafür mit Zwischenstopps, zum Beispiel in Madrid, Caracas oder Amsterdamm.

Will man in Peru herumreisen, hat man die Wahl zwischen dem Flieger und Überlandbussen, die wesentlich günstiger sind. Ein weiterer Vorteil: man sieht viel mehr von Land und Leuten als am Flughafen. Es gibt keinen eigenen Busbahnhof, jedes Unternehmen betreibt einen eigenen Terminal (die allerdings alle recht nah beieinander liegen).

In Lima selbst setzt man am besten auf Taxis und Minibusse, die man hier an buchstäblich jeder Ecke finden und heranwinken kann. Die Preise sind auch für Taxen sehr moderat. Aus Sicherheitsgründen sollten Sie jedoch nicht in jedes Taxi steigen. Abgesehen vom technischen Zustand des Taxis kann es auch passieren das Sie in Hände von Kriminellen fallen. Es empfiehlt sich eine Buchung über Uber vorzunehmen. Dort sind die Fahrer registriert und die Fahrt kann nachverfolgt werden.

Die Bezirke in Lima

Die schönsten Bezirke in Lima

Zu Lima gehören 43 Bezirke (Distritos) in denen knapp 10 Mio Einwohner leben. Peru hat ca. 30 Mio Einwohner wovon 1/3 teilweise unter sehr schlechten Bedingungen in Lima leben. Für den Touristen sind eher die wohlhabenden Bezirke wie zum Beispiel Miraflores oder Barranco von Interesse. Hier spielt sich das kulturelle Leben ab.

Aktivitäten und Touren in Lima