Die Plaza de San Martin – Erinnerung an Limas Unabhängigkeitskampf

Vielleicht Limas schönster Platz: Der Plaza de San Martin

Limas Einwohner sagen, ihre Stadt sei die schönste der Welt. Andere behaupten genau das Gegenteil. Anstatt über diese Meinung zu streiten, ist es einfacher, sich auf die Suche nach den schönsten Orten der Stadt zu machen.

Das können einzelne Gebäude sein – oder Plätze. Einer davon ist die Plaza San Martin, am südwestlichen Rand der Altstadt gelegen. Gewidmet ist der Platz dem Freiheitskämpfer José San Martin, der 1820 in der Rebellion gegen die spanische Herrschaft eine bedeutende Rolle spielte. Heute ist der Platz ein beliebter Treffpunkt für Künstler, Einheimische und Besucher Limas.

Das Denkmal und ein kleines Missverständnis

In der Mitte des Platzes thront die große Reiterstatue José San Martins, auf einem wuchtigen weißen Sockel. Auf einem Podest am Sockel ist eine kleinere Statue untergebracht: die der Madre Patria, Perus symbolischer Mutter.

Wer zum ersten Mal in Lima ist, bewundert sie erst – und wundert sich dann. Grund dafür ist die eigenartige „Krone“ der Madre Patria. Die Statue wurde in Spanien hergestellt, mit der Anweisung, sie mit einem Kopfschmuck zu versehen. Dieser sollte eine „llama“ darstellen, auf Deutsch „Flamme“ oder „Lama“.

Warum die Handwerker letzteres wählten, ist nicht ganz klar, schließlich wäre eine Flamme das herrschaftlichere Symbol gewesen. Andererseits haben so die Spanier selbst mit dem kleinen Lama auf dem Kopf der Mutter die Staue zu einem eindeutig lateinamerikanisches Symbol gemacht, und niemand wird auf die Idee kommen, „Madre Patria“ zu deutsch „Mutterland“, also Vaterland, könnte ein Bezug auf das alte Heimatland Spanien sein.

Deshalb konnte dieses Missgeschick den Peruanern nur ein breites Lächeln entlocken, und die Bedeutung des Platzes, der zum hundertjährigen Jubiläum der Unabhängigkeit eingeweiht wurde, bekam eine neue Dimension.

Design und Architektur am Plaza de San Martin

Der Plaza de San Martin ist ein weitläufiger, offen gestalteter Platz, durchsetzt von geometrisch angelegten Rasenflächen und Rabatten, umrahmt, aber nicht dominiert von weißen Gebäuden mit barocken und neukolonialen Fassaden.

Die Gebäude entstanden nicht zeitgleich mit dem Platz. Einige von ihnen, wie das Teatro Colón und die Giacoletti-Bauten, stammen aus den Jahren vor der Planung und Einweihung des Platzes.

Die Pumacahua-Arkaden, das Hotel Bolivar und der Sitz des Club Nacional wurden dagegen errichtet, nachdem der Platz schon Namen und Gestalt erhalten hatte.

Was die Gebäude vereint ist die Tatsache, dass sie alle in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts entstanden und somit relativ einheitlich sind. Sie unterscheiden sich damit von den älteren repräsentativen Bauten der Altstadt, die im Laufe der Jahrhunderte regelmäßig von Erdbeben beschädigt und in unterschiedlichen Stilen renoviert wurden.